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Dänemarks Handballer behalten WM-Pokal

Die Titelverteidiger gewinnen das Endspiel gegen Schweden. Dabei ragt der Torhüter heraus. Außerdem stellen die Dauersieger einen Rekord auf.

Dänemarks Mikkel Hansen küsst bei der Siegerehrung den WM-Pokal.
Dänemarks Mikkel Hansen küsst bei der Siegerehrung den WM-Pokal. © dpa/Petr David Josek

Von Christoph Stukenbrock und Moritz Löhr

Die dänischen Goldjungs um Handball-Superstar Mikkel Hansen hüpften ausgelassen über das Parkett. Dann stoppte Trainer Nikolaj Bredahl Jacobsen plötzlich, schnappte sich Niklas Landin und drückte ihn fest an sich. Besonders dank der Paraden des Torhüters vom deutschen Rekordmeister THW Kiel siegten die Dänen in einem hochklassigen WM-Finale gegen Schweden mit 26:24 (13:13) und behaupteten ihren Platz auf dem WM-Thron.

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„Es ist schön für die Mannschaft und für mich, dass wir das WM-Gold verteidigen konnten“, sagte Jacobsen mit Tränen in den Augen. Landin, der mit 41 Prozent gehaltenen Bällen eine weitere Weltklasseleistung bot, sagte: „Der Sieg bedeutet uns sehr viel. Wir haben einige Kräfte gefunden, von denen wir nicht glaubten, dass wir sie hatten. Es war eine fantastische Leistung des gesamten Teams.“ Die Dänen krönten am Sonntagabend eine herausragende Endrunde mit dem erneuten Erfolg. Die turnierübergreifenden 19 Siege bei den Titelkämpfen 2019 und 2021 sind außerdem Rekord in der WM-Geschichte. Bester Werfer der Dänen im Endspiel war einmal mehr Hansen mit sechs Toren. Er wurde anschließend auch zum wertvollsten Spieler der Endrunde gewählt.

Während die Dänen ihrer Favoritenrolle am Sonntagabend gerecht wurden, blieb die Krönung der Schweden nach einem sensationell starken Turnier am Ende aus. Ihren bis dato letzten WM-Titel errangen sie 1999 in Ägypten. Der Traum von einer Wiederholung an gleicher Stelle platzte.

Europameister Spanien sichert sich die Bronzemedaille

Die Bronzemedaille holte sich Europameister Spanien durch ein 35:29 (16:13) gegen Rekord-Weltmeister Frankreich. Maßgeblichen Anteil am ungefährdeten Erfolg der Iberer hatte Torhüter Rodrigo Corrales mit vielen Paraden. Bei den mit sechs WM-Titeln dekorierten Franzosen war im neunten Turnierspiel offenbar die Luft raus.

Ein anderes Bild bot sich im Finale. Explosiv, hochklassig und temporeich: Dänemark und Schweden, im März einer der drei deutschen Gegner in der Olympia-Qualifikation, lieferten sich über 60 Minuten ein heiß umkämpftes und überaus rasantes Duell auf Augenhöhe. Bis in die Schlussphase führte keine der beiden Mannschaften mit mehr als zwei Toren, bevor Dänemark dank Landins Paraden davonzog.

Generell sorgten immer wieder die Torhüter auf beiden Seiten für die Glanzpunkte. Landin und Andreas Palicka von den Rhein-Neckar-Löwen bei den Schweden überzeugten mit etlichen Weltklasse-Paraden. Aus dem Spiel bestachen beide Teams durch ihr Kollektiv und profitierten weniger als gewohnt von den Einzelaktionen ihrer Ausnahmekönner Hansen und Jim Gottfridsson bei den Schweden.

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Mit dem Finale ging am Sonntagabend eine turbulente WM zu Ende. Nach reichlich Corona-Getöse im Vorfeld der Endrunde mit dem Rückzug von Tschechien und den USA sowie dem Ausschluss von Kap Verde noch in der ersten Turnierwoche beruhigte sich die Lage schnell. Die Debatten rückten in den Hintergrund. Die viel diskutierte Blase hielt trotz der 32 teilnehmenden Mannschaften erstaunlich dicht. Doch am Wochenende meldete ausgerechnet der Deutsche Handballbund mit Kreisläufer Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt seinen ersten Corona-Fall. (sid)

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