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Handballer stehen bei der WM vor dem Aus

Die deutschen Männer verlieren mit 28:32 gegen Europameister Spanien und dadurch das Viertelfinale aus ihren Augen. Ihnen droht die frühe Abreise aus Ägypten.

Enttäuschte Verlierer. Kai Häfner wendet sich ab. Paul Drux versteckt sein Gesicht.
Enttäuschte Verlierer. Kai Häfner wendet sich ab. Paul Drux versteckt sein Gesicht. © dpa/Sascha Klahn

Kairo. Alfred Gislason ließ sich auf den Trainerstuhl fallen, verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und blickte in endlose Leere. "Es ist natürlich bitter. Wir müssen jetzt sehr viel Glück haben", sagte der Bundestrainer der deutschen Handballer, nachdem sie beim 28:32 (13:16) im wegweisenden Hauptrundenduell gegen Europameister Spanien ihre WM-Chancen praktisch verspielt hatten.

Durch den am Ende zu fehlerhaften Auftritt im Schicksalsspiel gegen die Iberer hat die deutsche Auswahl den Einzug in das Viertelfinale in Ägypten nicht mehr in der eigenen Hand. "Wir haben zu viele Bälle liegen gelassen. Das tut einfach nur weh", sagte Kapitän Uwe Gensheimer. "Das Schwierigste ist jetzt, das zu verdauen."

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Auch sieben Tore des besten deutschen Schützen Timo Kastening reichten nicht zum Sieg für die deutsche Mannschaft, deren Hoffnungen auf das Weiterkommen nach einer zu schwachen Chancenauswertung mit nun 2:4 Punkten auf ein Minimum sanken.

"Wir haben uns mit zu riskanten Pässen, die am Ende im eigenen Netz landen, und den vielen freien Bällen, die wir nicht genutzt haben, selbst kaputt gemacht", analysierte Gislason angefressen.

Um noch eine Chance auf die K.-o.-Runde zu haben, muss Deutschland die verbleibenden Partien am Samstag (20.30 Uhr/ZDF) gegen Polen und am Montag (20.30 Uhr/ARD) gegen Brasilien gewinnen und ist gleichzeitig auf zwei Niederlagen von Ungarn (6:0 Punkte) oder Spanien (5:1) angewiesen. Die beiden Erstplatzierten der Hauptrundengruppe I qualifizieren sich für das Viertelfinale.

Die erfahrenen Spanier empfingen den deutschen Angriff mit einer offensiven 5:1-Deckung. Das Gislason-Team brachte nur mit Mühe Tempo ins Spiel. Zwei der ersten vier deutschen Tore resultierten aus Siebenmetern, für die der sichere Gensheimer-Ersatz Marcel Schiller von der Bank reinkam.

Bitter kommt für Wolff ins Tor und mehr Schwung ins Spiel

"Wir müssen uns besser bewegen", forderte Gislason in der ersten Auszeit. Seine Mannschaft lag da erstmals mit zwei Toren zurück - 4:6 (11.). Im Angriff fand Deutschland im Sechs-gegen-Sechs zwar immer wieder Mittel gegen die unorthodoxe Deckung des Favoriten. Allein die Chancenverwertung ließ vor allem bei freien Würfen zu wünschen übrig.

Auch Torwart Andreas Wolff, überragender Rückhalt beim Triumph über Spanien im EM-Finale 2016, kam wie schon gegen Ungarn nur schwer ins Spiel. Johannes Bitter ersetzte ihn noch im ersten Abschnitt. Der Rückstand wuchs beim 9:13 (25.) auf zwischenzeitlich vier Tore an.

Doch generell machte das DHB-Team ein ordentliches Spiel. Das erkannte auch Teammanager Oliver Roggisch zur Halbzeit. "Eigentlich ist alles ganz okay", sagte er. "Wir müssen nur die Chancen besser nutzen."

Das tat das deutsche Team nach der Pause. Es blieb vor dem Tor eiskalt und zeigte eine leidenschaftlich und kämpferisch einwandfreie Leistung. Außerdem bekam Bitter immer wieder eine Hand an den Ball. Beim 20:19 (38.) durch Kastening ging Deutschland erstmals seit Spielbeginn in Führung. Die DHB-Spitze um Präsident Andreas Michelmann und Stellvertreter Bob Hanning sprang auf der Tribüne auf.

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Deutschland blieb fast neun Minuten ohne eigenes Tor - der Knackpunkt einer Partie, aus der Bitter bei allem Frust auch Positives ziehen konnte: "Wir müssen nicht mit hängenden Köpfen aus der Halle gehen", sagte der Torhüter. (sid)

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