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Dresdnerin knackt die Olympia-Norm

Schwimmerin Leonie Kullmann hat mit neuer Bestzeit über 400 Meter Freistil die Chance auf ein Tokio-Ticket – nicht ihre einzige.

Erleichtert: Leonie Kullmann freut sich nach dem Finale über 400 Meter Freistil beim Olympia-Qualifikationswettkampf über ihre Zeit.
Erleichtert: Leonie Kullmann freut sich nach dem Finale über 400 Meter Freistil beim Olympia-Qualifikationswettkampf über ihre Zeit. © dpa/Uwe Anspach

Heidelberg. Leonie Kullmann hat am Wochenende beim ersten von vier Schwimm-Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele in Tokio die geforderte Norm über 400 Meter Freistil unterboten. In Heidelberg kraulte sie die Strecke in 4:07,44 Minuten und blieb damit sechs Hundertstelsekunden unter der Olympia-Vorgabe. Die 21-Jährige verbesserte ihre persönliche Bestzeit um sechs Zehntel und hat nun gute Aussichten, ein Ticket für Tokio zu lösen.

„Ich freue mich mega und bin sehr erleichtert“, erklärte die Dresdnerin, die seit einigen Jahren in Berlin trainiert und für die SG Neukölln startet. „Jetzt muss ich nur noch unter den zwei schnellsten deutschen Schwimmerinnen über diese Strecke bleiben.“ Der Qualifikationszeitraum endet am 18. April, Kullmann wird dann noch mal in ihrer Wahlheimat Berlin antreten.

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Die 400 Meter sind für sie eher eine Nebenstrecke. Größere Chancen auf eine Olympiateilnahme hatte sie sich eigentlich über die halb so lange Distanz ausgerechnet. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro war sie mit 16 Jahren die jüngste deutsche Schwimmerin und hatte mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel Platz zwölf belegt. In Heidelberg wurde sie mit 1:59,30 Minuten Zweite hinter der Leipzigerin Marie Pietruschka. Damit blieb Kullmann zwar deutlich über der Olympia-Norm (1:57,20), allerdings werden für die Staffel die vier schnellsten Frauen nominiert. „Die Chancen sind da weiterhin gut, aber es geht bei mir sicher auch noch um einiges schneller“, erklärte sie.

Leipziger knackt deutschen Rekord

Sollte es nicht mit Olympia klappen, gäbe es einen kleinen Trost: Über beide Strecken unterbot sie die Norm für die Europameisterschaften, die vom 10. bis 23. Mai in Budapest ausgetragen werden sollen.

Bei den Männern haben David Thomasberger und Fabian Schwingenschlögl jeweils in deutscher Rekordzeit angeschlagen. Der Leipziger Thomasberger knackte über 200 Meter Schmetterling den fast drei Jahre alten deutschen Rekord von Ramon Klenz (1:55,76) bereits im Vorlauf und verbesserte ihn im Finale noch mal auf 1:55,04. Schwingenschlögl (Neckarsulm) hat in 58,95 Sekunden als erster deutscher Schwimmer über die 100 Meter Brust unter 59 Sekunden angeschlagen. Den bisherigen Rekord schwamm Hendrik Feldwehr in 59,15 Sekunden im Jahr 2009. Damals waren noch Hightech-Anzüge erlaubt.

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„Wir sind in der richtigen Richtung unterwegs, schon in den nächsten Wochen geht aber sicherlich noch mehr“, sagte Bundestrainer Hannes Vitense und nannte die neuen Rekordhalter als Medaillenkandidaten. Acht deutsche Schwimmer mit Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock an der Spitze hatten sich bereits vor dem Osterwochenende qualifiziert. (mit dpa)

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