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Dresdner Volleyballerinnen liefern Krimi am Sonntag

Die DSC-Frauen gewinnen ihr erstes Heimspiel der neuen Volleyball-Saison gegen Aachen, brauchen dafür aber fünf spannende Sätze.

Von Michaela Widder
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Die Dresdner Volleyballerinnen freuen sich über einen gelungenen Heimauftakt in der Bundesliga.
Die Dresdner Volleyballerinnen freuen sich über einen gelungenen Heimauftakt in der Bundesliga. © Foto: Kairospress/Thomas Kretschel

Dresden. Immer mal was Neues. Der Trainer greift diesmal zu einem Vergleich aus der Kochkunst. „Das war heute keine Sterneküche“, sagt Alexander Waibl. „Aber emotional ist der Sieg fünf Sterne wert“. Und wenn diese Begegnung gegen Aachen dann ein Fünf-Gänge-Menü war, dann dürfte der Tie-Break, also das Dessert, das Beste an diesem Sonntagabend gewesen sein.

Die Dresdner Volleyball-Frauen gewannen das erste Heimspiel in der neuen Bundesliga-Saison gegen Aachen mit 3:2 (25:15, 22:25, 25:20, 18:25, 15:10). Für „unschätzbar wertvoll“ hält Waibl diesen Erfolg. „Unsere junge Mannschaft braucht Zeit zum Wachsen – und dazu gehören Niederlangen, aber auch Siege wie dieser heute“, meint der 53-Jährige. Für den Dresdner SC ist der erste Druck zu Saisonbeginn erst einmal raus. Das ist selbst Waibl anzumerken, der mit den Jahren beim Verein auch immer ruhiger an der Seitenlinie wird – im Gegensatz zu seinem argentinischen Kollegen auf der anderen Seite des Netzes.

Nach dem Supercup-Erfolg in Schwerin hatte die Mannschaft am Mittwoch in Wiesbaden deutlich in drei Sätzen verloren. Im ersten Heimspiel vor Zuschauern nach einer Geistersaison wollten die Dresdnerinnen unbedingt gewinnen. Aber sie wussten auch um die Stärke des Gegners. Wenn Suhl den Pokalsieger Schwerin besiegt und Aachen zuvor wiederum Suhl, dann wird deutlich: Die Gäste-Mannschaft von Guillermo Gallardo gehört dieser Jahr mit zu den besten Teams in der Liga.

Die "Margon-Hölle" ist fast ausverkauft

Die Margon-Hölle, von der der Klub gern selbst spricht, ist es zwar noch nicht wieder. Aber die Stimmung am Sonntagabend ist eines Meisters würdig – und die Arena mit 1.200 Zuschauern sogar fast ausverkauft. Nur 200 Karten mehr hätte der DSC nach der derzeitigen 3G-Regel verkaufen dürfen. „Gefühlt sind es 3.000“, ruft der Hallensprecher – und die Fans auf der Tribüne jubeln noch ein bisschen lauter.

„Es war toll, vor dieser Kulisse zu spielen, und hat uns noch einmal gepusht“, meint die junge Mittelblockerin Monique Strubbe. Die Dresdnerinnen erleben ein Auf und Ab, was am Anfang einer Saison wenig überraschend ist. Waibl hat dafür auch die passende Erklärung: „Wenn wir führen, spielen wir immer ein bisschen besser, als wenn wir zurückliegen. Das ist typische für eine junge Mannschaft.“

Doch entscheidend ist am Ende, wie sich der DSC nach dem verlorenen vierten Satz wieder in die Partie zurückgekämpft hat. „Der Trainer hat gesagt, wir sollen den Satz für uns holen. Dann haben wir noch mal alles reingelegt und sind für unseren Kampf belohnt worden“, meint die 21 Jahre alte Strubbe, die mit einem starken Block den Matchball verwandelt. Für sie ist es das Sahnehäubchen beim Dresdner Fünfgang-Dinner.