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Biathlon: „Absage wäre schlechtes Signal“

In Corona-Zeiten ist alles anders, auch der für seine Stimmung bekannte Weltcup in Oberhof. Die Organisatoren sprechen dennoch von einer Chance.

Hier findet ab Freitag der Biathlon-Weltcup statt: in der Arena von Oberhof.
Hier findet ab Freitag der Biathlon-Weltcup statt: in der Arena von Oberhof. © dpa/Martin Schutt

Von Sandra Degenhardt

Oberhof. Trotz des coronabedingten Zuschauerausschlusses und der kostspieligen organisatorischen Mehraufwendungen war für die Veranstalter der beiden Oberhofer Biathlon-Weltcups eine Absage keine Option. „Man kann immer Nein sagen, aber das wäre ein ganz schlechtes Signal an alle möglichen Seiten gewesen. Zum Beispiel an die Spitzenverbände, die von uns erwartet haben, dass wir das machen. Zwar gab es keine direkte Aufforderung, aber bei den Gesprächen war deutlich der Wunsch spürbar“, sagte Hartmut Schubert, Thüringer Finanzstaatssekretär und Vorsitzender des „Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum“.

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An diesem Freitag startet im Thüringer Biathlon-Mekka der erste von zwei Weltcups. Die eigentlich traditionell kommende Woche folgenden Rennen in Ruhpolding wurden wegen der Corona-Pandemie nach Oberhof verlegt, um so den Reiseaufwand der Athleten zu minimieren.

Im Normalfall spülen Zehntausende Fans Millionen in die Kassen. Laut Schubert liege der Fehlbetrag nach jetziger Planung „unter einer Million Euro“, sagte der SPD-Politiker. Gelder aus dem Corona-Hilfspaket wurden beantragt, von denen erste Mittel schon bereitgestellt wurden.

Weltverband hält Verpflichtungen ein

Zudem teilt der Biathlon-Weltverband IBU an alle Veranstalter die ursprünglich für die Saison geplanten Gelder aus, auch wenn sie ihre Veranstaltung wegen Corona absagen mussten. So erhält Oberhof laut IBU rund 500.000 Euro. Auch der Deutsche Skiverband werde nicht zulassen, „dass eine Veranstaltung zum Millionengrab wird“, sagte Stefan Schwarzbach, DSV-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied.

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Er und Schubert betonten, dass man diesen Winter nicht isoliert betrachten könne, sondern im Gesamtkonzept mit der WM 2023 in Oberhof. Dafür wird die Arena am Grenzadler umgebaut und modernisiert. „Wichtig ist der langfristige Blick auf das Projekt“, sagte Schubert und sieht die jetzige Ausrichtung als „eine große Chance, positiv in Erscheinung zu treten.“ (dpa)

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