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Motorrad-WM: War der Todesfall unvermeidbar?

Der sächsische Teamchef des verunglückten Fahrers Jason Dupasquier spricht über den Unfall und die Zukunft.

Teamkollegen von Jason Dupasquier hielten während der Schweigeminute in Mugello ein Plakat.
Teamkollegen von Jason Dupasquier hielten während der Schweigeminute in Mugello ein Plakat. © Antonio Calanni/AP/dpa

Oberlungwitz. Bei der Trauerfeier in der Kirche Saint-Pierre-aux-Liens im schweizerischen Ort Bulle nahm Florian Prüstel mit den Mitarbeitern seines Motorrad-Teams am Dienstag Abschied von Jason Dupasquier.

Vor anderthalb Wochen war der 19-jährige Fahrer im Training zum WM-Lauf im italienischen Mugello tödlich verunglückt. Nach einem Sturz wurde er von einem nachfolgenden Motorrad erfasst, nach einer Not-Operation am Brustkorb starb er am Tag darauf im Krankenhaus in Florenz.

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Prüstel fällt es immer noch schwer, über die Ereignisse zu sprechen. Videoaufzeichnungen vom Unfall hat er nicht ausgewertet, für die Ermittlungen sind ohnehin die italienischen Behörden zuständig. „Wenn Fahrer nach einem Sturz auf der Strecke landen und dicht dahinter ein Pulk angerast kommt, ist es immer gefährlich, weil die Piloten kaum Zeit haben, auszuweichen“, erklärt Prüstel. „Wäre er im Kiesbett gelandet, wäre es wahrscheinlich glimpflich ausgegangen. So war es eine Verkettung unglücklicher Umstände.“

Team PrüstelGP existiert seit 2016

Seit fünf Jahren gibt es das in Oberlungwitz nahe des Sachsenrings ansässige Team, für das neben den Moto-3-Fahrern auch zwei Junioren antreten. In dieser Zeit habe sich in Sachen Sicherheit viel getan, findet Prüstel. So gibt es Luftpolster als Streckenbegrenzung, um nach einem Unfall harte Einschläge zu vermeiden. Die Fahrer werden nicht mehr nur durch Helm und Protektoren geschützt, sondern auch durch „Airbags, die im Brustbereich der Lederkombis eingearbeitet sind. Der wird ausgelöst, sobald der Fahrer stürzt“, meint der Teamchef. Ob das auch bei Dupasquier so war, kann er nicht sagen.

Anfang 2020 war der Schweizer vom sächsischen Rennstall verpflichtet worden. In seinem ersten Jahr fuhr er keinen WM-Punkt ein. „Er war eine Frohnatur, hat es sehr locker gesehen“, beschreibt ihn Prüstel. „Nach einigen Gesprächen im Winter hat er dann viel und hart trainiert und sich bei den Rennen belohnt. Es ging aufwärts.“

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Am vergangenen Wochenende in Barcelona fuhr nur der Japaner Ryusei Yamanaka fürs Team Prüstel, die andere Hälfte der Box blieb leer. Das wird wohl auch beim nächsten Rennen auf dem Sachsenring in knapp zwei Wochen so sein. „Mitten in der Saison einen Fahrer zu verpflichten, ist nicht einfach, weil fast alle unter Vertrag stehen“, erklärt der Rennstall-Chef. „Das wird wohl erst nach der Sommerpause im August klappen.“ Auf dem Sachsenring wird Dupasquier bei einer Gedenkzeremonie nochmals im Mittelpunkt stehen.

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