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Punzels Geburtstag mit Platz sieben

Die Dresdnerin verabschiedet sich aus Tokio mit einem guten Ergebnis. Ihren Kindheitstraum hat sie schon vorher erfüllt.

An ihrem 26. Geburtstag springt die Dresdnerin Tina Punzel vom Drei-Meter-Brett auf Platz sieben.
An ihrem 26. Geburtstag springt die Dresdnerin Tina Punzel vom Drei-Meter-Brett auf Platz sieben. © dpa/Oliver Weiken

Tokio. Das perfekte Geburtstagsgeschenk für sich selbst hat sie verpasst, eine Medaille in der Einzelentscheidung vom Drei-Meter-Brett für Tina Punzel wäre aber doch vermessen gewesen. Da hätten Geburtstag und Weihnachten auf einen Tag fallen müssen, und Ostern auch noch.

Am Ende ist es am Sonntag der siebente Platz für die Wasserspringerin aus Dresden, die in dieser Disziplin zuletzt Europameisterin geworden ist. Mit 302,95 Punkten bleibt Punzel als zweitbeste Europäerin zwar knapp hinter ihren 311,05 Punkten aus dem Halbfinale zurück, ihr Fazit ist dennoch ein zufriedenes.

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„Ich denke, alles in allem ist der siebte Platz absolut im Rahmen“, sagt Punzel, woh lwissend, dass nicht alles geklappt hat wie gewünscht. An ihrem 26. Geburtstag hadert sie vor allem mit ihrem zweiten Sprung, der nicht wie erhofft gelingt. „Als Sportler ärgert man sich natürlich, wenn man einen Fehler gemacht hat“, sagt sie danach über den dreieinhalbfachen Salto vorwärts.

Die Chinesinnen dominieren wieder

Platz sechs oder auch fünf wäre wohl möglich gewesen, mehr jedoch schier unmöglich. 41 Punkte fehlen der Springerin vom Dresdner SC zu Platz drei, in dieser Sportart eine Welt.

Ihre Dominanz vom Brett haben indes einmal mehr die Chinesinnen unter Beweis gestellt, allen voran Shi Tingmao. Die 29-Jährige setzt sich mit 383,50 Punkten souverän durch und wiederholt damit, was sie schon bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro geschafft hatte: Doppel-Gold vom Drei-Meter-Brett. Sowohl im Synchron-Wettbewerb als auch im Einzel ist die Chinesin unschlagbar. Rang zwei sichert sich ihre Landsfrau Wang Han vor der Amerikanerin Krysta Palmer.

Bundestrainer Lutz Buschkow ordnet Punzels Ergebnis ein. „Sie wollte hier unbedingt ein einstelliges Ergebnis erzielen, was ihr auch gelungen ist“, sagt auch er zufrieden – und lobt Deutschlands Vorspringerin für ihr Abschneiden in Tokio: „Auch insgesamt hat sie bei diesen Olympischen Spielen nachgewiesen, dass sie zu den besten Springerinnen der Welt zählt.“

Beste Ausbeute seit 2008

Tatsächlich hat Punzel die Erwartungen mehr als erfüllt – und das schon am zweiten Wettkampftag mit der Bronzemedaille im Synchronspringen mit ihrer Dresdner Teamkollegin Lena Hentschel. Vom Zehn-Meter-Turm belegt sie zudem mit Christina Wassen Rang fünf. „Mit einer Olympia-Medaille nach Hause zu fahren... Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich wahrscheinlich nicht ganz daran geglaubt“, sagt Punzel nun und meint: „Da ist für mich wirklich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.“

Zwei Bronzemedaillen stehen bereits in der Olympia-Bilanz der deutschen Wasserspringer. Patrick Hausding und Lars Rüdiger hatten ebenfalls im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett Platz drei belegt. Besser war das deutsche Team zuletzt in Peking 2008. Damals gab es Silber und Bronze. In der zweiten Olympia-Woche haben Hausding und der Dresdner Martin Wolfram vom Drei-Meter-Brett eine Chance auf gute Finalränge. Bei Olympia 2016 gewann Hausding hier Bronze. (SZ, dpa, sid)

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