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Dresdner Schwimmerin trotzt Rückschlag

Leonie Kullmann hatte vor ihrem ersten Olympia-Start in Tokio gesundheitliche Probleme. Dennoch wird sie noch in der Staffel antreten.

Leonie Kullmann startet seit einigen Jahren für die SG Neukölln.
Leonie Kullmann startet seit einigen Jahren für die SG Neukölln. © dpa/Michael Kappeler

Tokio. Es war kein Auftakt, der Selbstvertrauen gibt. Am Sonntag war Leonie Kullmann über 400 Meter Freistil exakt vier Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit geblieben, die sie bei der Olympia-Qualifikation Mitte April aufgestellt hatte. Als Vorlauf-18. verpasste sie das Finale deutlich. In dem kam die 19-jährige Magdeburgerin Isabel Gose auf einen beachtlichen sechsten Platz, verpasste ihren einen Tag zuvor aufgestellten deutschen Rekord nur knapp.

Kullmann blieb beim Endlauf dagegen nur die Rolle der Zuschauerin. Dies ist nicht schlimm, die Zeit allerdings wirft Fragen auf. Beantworten kann die am besten ihr Trainer Lasse Frank, der die Dresdnerin seit Jahren in Berlin betreut. Der berichtet im SZ-Gespräch von starken gesundheitlichen Problemen während der Vorbereitung.

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Nach dem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada habe sie über Magenkrämpfe und Durchfall geklagt, musste einen Wettkampf in Rom abbrechen. „Im Krankenhaus wurde eine Darmschleimhaut-Entzündung diagnostiziert. Drei Tage wurde sie stationär behandelt und medikamentös eingestellt“, erklärt Frank.

Trainer trotz schwacher Zeit stolz auf Kullmann

Fast drei Kilo Gewicht verlor sie in dieser Zeit. „Das hat ganz schön reingehauen und Substanz gekostet“, erläutert ihr Trainer. Beim Vorbereitungslehrgang in Japan bekam Kullmann auch noch eine Ohrenentzündung, musste drei Tage Antibiotika schlucken und mit abgeklebten Ohren schwimmen. Und das unmittelbar vor Beginn der Spiele. „Mit ihrer Zeit über 400 Meter bin ich natürlich auch nicht zufrieden, bei dieser Vorgeschichte aber trotzdem stolz, dass sie sich überhaupt auf den Startblock gestellt hat“, sagt Frank.

Am Mittwochnachmittag steht nun der Vorlauf über die 4 x 200-Meter-Freistilstaffel an. Das deutsche Quartett will es im Gegensatz zu den Spielen in Rio vor fünf Jahren, als Kullmann ihre Olympia-Premiere gefeiert hatte, ins Finale schaffen. Doch wird die 21-Jährige überhaupt antreten? „Ja, sie schwimmt“, legt sich der Trainer fest. „Wir sind zuversichtlich, dass sie auf der halb so langen Distanz besser zurechtkommt. Sie hat in ihrer Karriere schon oft bewiesen, dass sie sich aus schweren Zeiten rauskämpfen kann.“

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Kullmann selbst hatte vor dem Abflug nach Japan über die gesundheitlichen Probleme gesprochen, aber erklärt, dass es ihr durch die Medikamente und eine Ernährungsumstellung wieder gut gehe. „Ich muss beim Essen jetzt auf Fett und Zucker verzichten. Fett ist nicht so das Problem, keine Süßigkeiten dagegen schon“, sagte Kullmann und lachte. Das Lachen soll nun am Mittwoch nach dem Staffelrennen zurückkehren.

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