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Belgier sprintet zum nächsten Etappensieg

Radprofi Wout van Aert bejubelt seinen zweiten Tageserfolg bei der Tour de France. Die Deutschen arbeiten den ganzen Freitag. Lachen kann nur einer.

Der Belgier Wout van Aert feiert schon wieder.
Der Belgier Wout van Aert feiert schon wieder. © dpa

Lavaur. Immerhin hatte Emanuel Buchmann noch gut lachen. "Das war ein richtig guter Tag. Es geht nach vorn. Das ist ein guter Schritt gewesen", sagte der deutsche Hoffnungsträger, der durch den cleveren Überraschungsangriff seiner Bora-hansgrohe-Mannschaft auf der 7. Etappe der 107. Tour de France einen Sprung vom 17. auf den zwölften Platz des Klassements gemacht hat. Doch das eigentliche Ziel verpasste die der deutsche Radrennstall deutlich, nachdem Peter Sagan die Vorarbeit im Schlusssprint nicht vollenden und den so sehnlichst erhofften Etappenerfolg nicht einfahren konnte.

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Entsprechend angefressen war Buchmanns Teamgefährte Sagan. "Das ist bitter, aber so ist Radsport", sagte der Slowake, der im Schlussspurt erst eingeklemmt war und dann nicht über Position 13 hinaus kam. Stattdessen gewann nach 168 Kilometern von Millau nach Lavaur erneut Wout van Aert. Der Belgier siegte vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen und dem Franzosen Bryan Coquard und feierte seinen zweiten Tagessieg bei dieser Frankreich-Rundfahrt.

Dabei hatte die Bora-hansgrohe-Mannschaft durch einen frühen Angriff das Feld auseinander gerissen und alles für Sagan vorbereitet. Als Trostpreis blieb ihm nur das Grüne Trikot, das er seinem ehemaligen Rennstallkollegen Sam Bennett wieder abnahm. Doch das dürfte den dreifachen Weltmeister kaum zufriedenstellen, wartet er doch seit dem 10. Juli 2019 (Tour-de-France-Etappenerfolg in Colmar) auf seinen nächsten Profisieg. Eine so lange Misere hatte Sagan in seiner Profikarriere noch nicht zu verkraften. "Ich habe im Finale viele Punkte verloren", sagte er.

So gingen die Ansichten weit auseinander, ob sich die großen Anstrengungen lohnten. Buchmann ist davon überzeugt: "Wir haben gezeigt, dass wir ein starkes Team und alle Respekt haben müssen." Bleibt für die bisher so arg gebeutelte Mannschaft zu hoffen, dass sie den Tag auf den Pyrenäen-Etappen nicht teuer bezahlen müssen. Mit drei Sturzopfern, darunter den beiden deutschen Stars Buchmann und Maximilian Schachmann, war der Rennstall bereits in die große Schleife gegangen. Dazu demoralisierten drei Stürze das Supertalent Lennard Kämna. Und Sagan sprintet seinen Erfolgen hinterher und wirkt zunehmend frustriert.

Für den Slowaken Peter Sagan bleibt das Grüne Trikot als Trostpreis.
Für den Slowaken Peter Sagan bleibt das Grüne Trikot als Trostpreis. © dpa

Doch einen Erfolg brachte die Attacke von Bora-hansgrohe mit sich. So verloren einige aussichtsreiche Fahrer wie der Slowene Tadej Pogacar oder der Spanier Mikel Landa wichtige Sekunden. Der Brite Adam Yates verteidigte das Gelbe Trikot und liegt weiter vor dem Slowenen Primoz Roglic. Titelverteidiger Egan Bernal aus Kolumbien belegt jetzt Platz vier.

Der Vorjahresvierte Buchmann blickte bereits auf die nächsten Kletterpartien am Wochenende. "Ich denke, die zwei Pyrenäen-Etappen sind deutlich schwerer als das, was wir bisher gefahren sind. Da geht das Rennen richtig los", sagte der Ravensburger.

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Die Sprinter mussten bereits vor den schweren Bergetappen leiden, und das hatten sie Bora-hansgrohe zu verdanken. Bereits am ersten Berg, einem Anstieg der dritten Kategorie, drückten die Männer in Grün und Weiß derart aufs Tempo, dass die Sprintstars hinten fliegen gingen. 46,2 Kilometer pro Stunde betrug der Schnitt in der ersten Stunde - zu viel für den Iren Bennett, den Australier Caleb Ewan, den Norweger Alexander Kristoff, den Italiener Giacomo Nizzolo und den Rostocker André Greipel, die frühzeitig distanziert waren. Zwischendurch probierte Thomas de Gendt noch einen seiner berüchtigten Ausreißversuche, doch 35 Kilometer vor dem Ziel wurde der Belgier gestellt.

Am Wochenende folgen die beiden Pyrenäen-Etappen. Am Samstag geht es von Cazères-sur-Garonne nach Loudenvielle über drei Berge. Am Sonntag warten von Pau nach Laruns fünf Gipfel. (dpa)

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