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Der Eishockey-Traum von der Medaille

Im Viertelfinale der Eishockey-WM geht es gegen die Schweiz. Die Partie bietet einen speziellen Reiz – und die Hoffnung auf den größten Erfolg seit 68 Jahren.

Wie im letzten Vorrundenspiel gegen Lettland will die deutsche Auswahl auch gegen die Schweiz jubeln.
Wie im letzten Vorrundenspiel gegen Lettland will die deutsche Auswahl auch gegen die Schweiz jubeln. © dpa

Von Kristina Puck

Riga. Für die Medaillenchance soll ein emotionales Kapitel Eishockey-Geschichte gegen die Schweiz her – wie 2010. Selbstkritisch gehen die Cracks von Bundestrainer Toni Söderholm in Riga ihre Halbfinal-Mission an und wollen mit einem Prestigesieg gegen den Erzrivalen wie bei der Heim-WM vor elf Jahren ihrem gewachsenen Ehrgeiz gerecht werden. Mit einem Leistungssprung soll am Donnerstag der Einzug ins Halbfinale gelingen.

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„Wichtig ist jetzt, dass wir mehr wollen“, schwor Kapitän Moritz Müller das Team auf die brisante Herausforderung gegen den wenig respektvollen WM-Zweiten von 2013 und 2018 ein. Ein Sieg gegen den Nachbarn – und die erste WM-Medaille seit Silber vor 68 Jahren und damit eine ähnliche Sensation wie Olympia-Silber 2018 wäre ganz nah. Dass es ausgerechnet gegen die Schweiz geht, hat seinen ganz speziellen Reiz. Die Eidgenossen sehen sich als klarer Favorit und scheinen fast froh, gegen Deutschland spielen zu dürfen. Es sei „sicher keine unlösbare Aufgabe“, meinte der Schweizer Coach Patrick Fischer: „Wir kennen die Deutschen in- und auswendig.“

DEB-Team hofft, wieder unterschätzt zu werden

Große Töne, die im DEB-Lager hoffen lassen, wie 2010 unterschätzt zu werden. „Das ist okay. Was die denken, ist denen überlassen. Wir nehmen unsere Rolle so an, wie sie ist“, sagte Torhüter Mathias Niederberger vor dem Training am Mittwoch. Sportdirektor Christian Künast erwiderte: „Wir sagen, es wird ein Spiel auf Augenhöhe – und so wird es dann auch sein.“ Das Ballyhoo sorgt auch für internationales Interesse. Die Medienanfragen zum deutschen Training am Mittwoch häuften sich.

„Es sind immer geile Spiele gegen die Schweizer. Es wird ein geiles Viertelfinale, ich kann es kaum erwarten“, sagte Korbinian Holzer. Der 33-Jährige weiß, wovon er spricht. Der Verteidiger ist der Einzige im aktuellen Kader, der schon am 20. Mai 2010 dabei war, als Deutschland mit einem 1:0 im hitzigen Viertelfinale von Mannheim inklusive Raufereien nach dem Spiel WM-Geschichte schrieb. „Das war unglaublich“, sagte der langjährige NHL-Profi. Der Erfolg damals ist der einzige Sieg, der einer Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes in den bisherigen elf Viertelfinals seit 1992 gelang.

2010 stand Deutschland zum bislang letzten Mal im WM-Halbfinale. Der vierte Platz ist das beste Resultat seit 1953.Allerdings hat Deutschland fünf der jüngsten sechs WM-Vergleiche gegen die Schweiz verloren, aber bei Olympia 2018 gegen die Eidgenossen triumphiert: Mit dem 2:1 nach Verlängerung startete die DEB-Auswahl in Pyeongchang ihren sensationellen Lauf bis zur Silbermedaille. (dpa)

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