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Öffnung der Sportstätten gefordert

Die Basis macht Druck auf die Politik. In einem Brief erinnern die Landessportbünde an die Bedeutung von Bewegung und Sport für die Gesundheit.

Der VC Dresden darf dank Ausnahmegenehmigung schon wieder trainieren. Doch in diesen Genuss sollen bald auch wieder Amateur- und Freizeitsportler kommen.
Der VC Dresden darf dank Ausnahmegenehmigung schon wieder trainieren. Doch in diesen Genuss sollen bald auch wieder Amateur- und Freizeitsportler kommen. © Archiv: Jürgen Lösel

Dresden. In den vergangenen knapp zwei Wochen seit Festlegung des November-Lockdowns haben die Landessportbünde in Deutschland nicht etwa stillgehalten. Dass sie das verhängte Verbot des organisierten Amateur- und Freizeitsports, vorsichtig formuliert, nicht gut finden, hat jeder auf seine Art der Landespolitik mitgeteilt; vor Ort, intern, mit Diplomatie.

In Sachsen trafen sich LSB-Präsident Ulrich Franzen und Generalsekretär Christian Dahms beispielsweise mit Ministerpräsident Michael Kretschmer in der Staatskanzlei. „Es ging darum, dass der Sport in Sachsen seine Stimme erhebt und dem Ministerpräsidenten noch einmal mitgeteilt wird, wo wir aktuell stehen und, was noch viel wichtiger war, wohin es in Zukunft geht“, sagte Dahms. 

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Ein wesentlicher Punkt des Gesprächs: das Drängen auf eine baldige Lockerung des Lockdowns, vielleicht sogar ein vorzeitiges Ende – mindestens für Kinder und Jugendliche. Ausnahmen gestattet der Freistaat bislang schließlich nur Profis und Individualsportarten.

Sport kann Abwehrkräfte stärken

Nun folgte Schritt zwei: die gemeinsame öffentliche Konfrontation. Zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund haben die Landessportbünde in einem offenen Brief die Wiedereröffnung aller bundesweiten Spiel- und Sportstätten gefordert. „Es ist wichtig, dass allen Vereinen und Verbänden nach den Beschränkungen vom November 2020 schnellstmöglich wieder die Möglichkeit eröffnet wird, Sportangebote zu unterbreiten, zumindest zu den Regelungen vor dem 28.10.2020 zurückzukehren“, heißt es in dem Brief, den auch LSB-Chef Franzen unterzeichnete. 

Adressiert ist das Schreiben an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller, sowie alle Länderchefs. Zufall oder nicht: Am Donnerstag und Freitag tagt die Sportministerkonferenz, auch da steht Corona und das Amateursportverbot ganz oben auf der Tagesordnung.

Die zwei Kernsätze im offenen brief: „Sport und Bewegung sind wichtiger Bestandteil der Bildung, der Sie am 28.10.2020 in Ihrer Güterabwägung Priorität eingeräumt haben. Sporttreiben verstehen wir deshalb nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung der Pandemiebekämpfung.“ 

Zudem wiesen die Landessportbünde auf Studien der Weltgesundheitsorganisation hin, wonach Sport und Bewegung einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten und fragen: „Besonders im Herbst und Winter kann Sport die Abwehrkräfte der Menschen und ihre gesamte Resilienz stärken. Wann wäre das wichtiger als in der jetzigen Corona-Pandemiephase?“

Ausnahmen jetzt auch im Volleyball

Ein Sonderfall der derzeit geltenden Corona-Regeln in Sachsen ist die 2. Volleyball-Bundesliga. Drei Männerteams mussten am vergangenen Wochenende die Spiele verschieben lassen, weil sie zuvor nicht in ihren Hallen trainieren durften. Der bislang bestehende Interpretationsspielraum in der Schutzverordnung des Freistaats ist nun zumindest etwas eindeutiger geklärt.

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Der VC Dresden und die L.E. Volleys aus Leipzig können seit Anfang der Woche ihre Trainings- und Spielstätten wieder nutzen, jeweils mit einer städtischen Ausnahmegenehmigung. Die hatte auch der GSVE Delitzsch, doch das Gesundheitsamt Nordsachsen kippte die Regelung. Erst am Donnerstag werde neu entschieden.

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