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Sportler des Jahres: Mihambo, Zverev und Bahnrad-Vierer

Die Erfolge von Olympia in Tokio prägen die Wahl der „Sportler des Jahres 2021“, König Fußball spielt im EM-Jahr keine Rolle.

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Deutschlands Sportler des Jahres 2021: Weitspringerin Malaika Mihambo, Tennisspieler Alexander Zverev und der Bahnrad-Vierer, den in verschiedenen Besetzungen antrat und deshalb zu fünft ist.
Deutschlands Sportler des Jahres 2021: Weitspringerin Malaika Mihambo, Tennisspieler Alexander Zverev und der Bahnrad-Vierer, den in verschiedenen Besetzungen antrat und deshalb zu fünft ist. © dpa

Baden-Baden. Alexander Zverev als erster Herrentennisprofi seit 30 Jahren, Weitspringerin und Seriengewinnerin Malaika Mihambo und die Weltrekordlerinnen des Bahnrad-Vierers sind Deutschlands „Sportler des Jahres“ 2021. Die Preisträger – allesamt Olympiasieger der Sommerspiele in Tokio – erhielten die Auszeichnungen am Sonntagabend bei der 75. Gala im Kurhaus von Baden-Baden.

Die Sportler veredelten damit ihre glänzenden Erfolge. Zverev hatte sich in Japan zum ersten deutschen Olympiasieger im Herren-Einzel gekrönt und insbesondere im Halbfinale mit seinem Erfolg über den serbischen Tennis-Ausnahmekönner Novak Djokovic beeindruckt. Zudem räumte der 24-Jährige den Titel beim Saisonfinale der besten Tennisprofis des Jahres und insgesamt sechs Turniersiege ab – so viele wie keiner seiner Konkurrenten in diesem Jahr.

Bei der Online-Abstimmung von 980 Sportjournalistinnen und Sportjournalisten setzte sich die Nummer drei der Welt (1.739 Punkte) deutlich vor Schwimmer Florian Wellbrock (1.198) durch, dem Olympiasieger über zehn Kilometer im Freiwasser und Tokio-Bronzegewinner über 1.500 Meter Freistil im Becken. Den dritten Platz belegte Skisprung-Weltmeister Karl Geiger (729).Seit 1991 war bei den Herren kein Tennisprofi mehr „Sportler des Jahres“ geworden, seit Wimbledonsieger Michael Stich seinen damaligen Tennis-Rivalen Boris Becker ablöste und eine Reihe von Ehrungen für Becker ein Ende nahmen. Bei den Damen steht die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber 2016 und 2018 in der jüngeren Historie der Siegerliste.

Den ersten Grand-Slam-Titel hat sich Zverev für das neue Jahr zum Ziel gesetzt. „Ich sehe meine Goldmedaille zu Hause jeden Tag“, erzählte der Tennisstar jüngst und betonte: „Da kommen die Emotionen automatisch hoch.“ Bei der Sportler-Gala trat er nun die Nachfolge von Eishockey-Nationalspieler Leon Draisaitl an.

Mihambo ist es dagegen schon die dritte Auszeichnung in Serie. Eine solche Erfolgsserie bei der Wahl zur „Sportlerin des Jahres“ schaffte zuletzt Tennis-Ikone Steffi Graf, die in den 1980ern viermal nacheinander die Ehrung erhielt.

Mihambo genießt ihre Auftritte im Rampenlicht und ist gerne Stargast in TV-Shows. Aber es sind die stillen Momente abseits der Glamourwelt, die Deutschlands Sportlerin des Jahres wirklich berühren. „Ich habe in diesem Jahr auch einen Menschen am Sterbebett besucht, und ich habe gesehen, dass das für diese Person sehr, sehr wichtig war“, erzählte Weitsprung-Königin Mihambo zuletzt, und sie meinte: „Es erstaunt mich, und es macht mich glücklich zu wissen, dass ich für Menschen etwas ganz Besonderes sein kann. Und es gibt mir noch mehr Mut, den Weg so zu gehen, wie ich ihn gehe.“

Mihambo hatte in Tokio mit ihrem Sieben-Meter-Sprung im letzten Versuch die Führung übernommen, musste aber noch die Sprünge ihrer stärksten Konkurrentinnen abwarten. Noch deutlicher als Zverev distanzierte die 27-Jährige (1.845 Punkte) ihre Verfolgerinnen. Aline Rotter-Focken, die in ihrem letzten Kampf erste deutsche Olympiasiegerin im Frauen-Ringen wurde, wurde Zweite (942). Kanu-Goldgewinnerin Ricarda Funk kam auf Platz drei (686).

Die Bahnrad-Frauen dominierten in diesem Jahr ihre Disziplin und treten als Mannschaft des Jahres die Nachfolge von Bayern München an. Lisa Brennauer, Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger hatten in Tokio eine schier unglaubliche Weltrekord-Show mit drei Bestmarken in drei Rennen abgeliefert und waren zu Gold in der Mannschaftsverfolgung gerauscht.

Anschließend holte das Team noch EM- und WM-Gold und machte das Titel-Triple perfekt. In der Abstimmung landeten die Bahnrad-Frauen (1.434 Punkte) klar vor der Dressur-Equipe (875) und den Tischtennis-Männern (719). Die Fußball-Nationalmannschaft spielte nach dem Achtelfinal-Aus bei der Europameisterschaft keine Rolle bei der Wahl. (dpa, mit sid)