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Handball-Nationalltorwart hat Corona

Johannes Bitter ist zwar frei von Symptomen, doch das Testergebnis bestätigt die Sorgen der Bundesliga - und könnte für Termin-Probleme sorgen.

"Für mich unerklärlich":: Handball-Nationaltorhüter Johannes Bitter wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
"Für mich unerklärlich":: Handball-Nationaltorhüter Johannes Bitter wurde positiv auf das Coronavirus getestet. ©  Archiv/dpa/Robert Michael

Stuttgart. Ein positiver Corona-Test von Nationaltorhüter Johannes Bitter vergrößert die Sorgen im deutschen Handball und wirkt sich möglicherweise auf den Bundesliga-Spielplan aus. Rund 48 Stunden nach dem EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland fiel auch der zweite Test beim 38-Jährigen positiv aus, wie sein Club TVB Stuttgart sowie der Deutsche Handballbund (DHB) am Dienstagabend mitteilten. Der Weltmeister von 2007 ist frei von Symptomen und befindet sich bereits seit Montag in häuslicher Isolation. Ob weitere Nationalspieler positiv getestet wurden, blieb zunächst unklar. 

Die Handball-Bundesliga (HBL) wird nach Bitters positivem Test eventuell das für diesen Donnerstag geplante Spiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen verlegen, wie HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach dpa-Informationen waren zwei Göppinger Nationalspieler nach der Rückkehr aus Estland gemeinsam mit Bitter im Auto nach Baden-Württemberg zurückgekehrt. 

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"Die Abläufe waren sehr gut und professionell"

Die beiden Spieler befinden sich ebenfalls in Quarantäne, ihre Testergebnisse lagen zunächst nicht vor. Auch ob vielleicht sogar mehrere Partien verlegt werden, stand noch nicht fest. "Das weitere Vorgehen wird von den Gesundheitsämtern abhängen", sagte Bohmann. 

Damit bestätigen sich schon jetzt die Sorgen, welche die Liga und einige Vereine schon vor der Länderspielpause geäußert hatten. "Das Zusammenkommen mit Spielern aus anderen Vereinen und die Spiele gegen andere Nationalmannschaften, bei denen es genauso ist" würden ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bedeuten, erklärte Bohmann am Dienstag. Der ohnehin extrem eng getaktete Handball-Kalender könnte durch weitere positive Fälle durcheinandergewirbelt werden. 

Wo und wie Bitter sich mit dem Virus angesteckt haben könnte, wusste der Routinier selbst nicht. "Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist", sagte er. "Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell." 

Bundesliga entscheidet am Mittwoch über Vorgehen

Der DHB teilte am Dienstagabend mit, dass während des gesamten Lehrgangs mit den Spielen gegen Bosnien-Herzegowina am vergangenen Donnerstag sowie anschließend in Estland insgesamt fünf PCR-Tests für die gesamte Nationalmannschaft durchgeführt worden seien. Alle abschließenden Tests am frühen Sonntagabend seien - bis auf den von Bitter - negativ ausgefallen. 

Der DHB bekräftigte dennoch seine Empfehlung, dass die unmittelbaren Kontaktpersonen des Torhüters zunächst nicht am Training in ihren Vereinen teilnehmen sollten. Die meisten Bundesliga-Clubs nahmen die Vorbereitung auf die nächsten Spiele am Mittwoch und Donnerstag bereits wieder auf. Manche Vereine befanden sich zudem schon auf der Anreise zu ihren Auswärtsspielen. "Die meisten Clubs sind schon unterwegs", bestätigte Bohmann. 

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Fünf Partien sollen allein am Mittwoch stattfinden, vier weitere sind - Stand Dienstagabend - für Donnerstag angesetzt. Am Mittwoch will die HBL darüber beraten, wie es nun weitergeht. Und auch wenn in diesem Jahr keine Länderspielpause mehr ansteht, ist für Bohmann schon jetzt klar: "Wir werden künftig bei jeder Maßnahme, jede Abstellung von Nationalspielern sorgfältig überprüfen. Das tun wir nicht, um jemanden zu drangsalieren, sondern wir ziehen lediglich unsere Lehren aus den aktuellen Vorfällen", sagte der 55-Jährige. (dpa)

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