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Sport

Dieses Doppel gewinnt erneut in Paris

Die Tennisprofis Kevin Krawietz und Andreas Mies verteidigen bei den French Open ihren Titel. Einer hat davor beim Discounter auf 450-Euro-Basis gearbeitet.

Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies feiern mit der Trophäe den Erfolg im Doppel.
Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies feiern mit der Trophäe den Erfolg im Doppel. © dpa/Michel Euler

Von Elodie Soinard und Tobias Schwyter

Paris. Kevin Krawietz und Andreas Mies fläzten sich mit ihren Liebsten auf die Sofas der Players Lounge. Bei Bier, Champagner, Softdrinks und Wein ließ es das deutsche Doppel nach der sensationellen Titelverteidigung in Familie wenigstens ein bisschen krachen. „Der Abend war etwas Besonderes“, sagte Mies. „Wir sind extrem glücklich eingeschlafen und aufgewacht.“

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Bis ein Uhr nachts dauerte die coronakonforme Feier. Auch die Bilder ihres Erfolges sahen beide sich zusammen an. Dann versuchten die French-Open-Gewinner, in den Schlaf zu finden. „Ich lag noch eine Stunde wach im Bett“, sagte Mies, der nach dem gemeinsamen Frühstück wie Krawietz heimreiste. „Mir sind die Emotionen durch den Kopf gegangen. Ich war immer noch voller Adrenalin und Glücksgefühle.“

Das Erfolgsduo hatte allen Grund zum Feiern, auch wenn die Möglichkeiten bescheidener waren als 2019. Damals hatten sie in Paris für den ersten deutschen Doppel-Sieg seit 1937 gesorgt. 16 Monate später fügten beide ihrem Märchen ein weiteres glorreiches Kapitel hinzu. „Diese Leistung ist sogar noch größer als der Sieg 2019“, sagte der Kölner Mies. „So einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, ist immer schwer, ihn zu verteidigen, noch schwerer.“

Iga Swiatek gewinnt als erste Polin ein Grand-Slam-Turnier und lässt sich auf Händen tragen.
Iga Swiatek gewinnt als erste Polin ein Grand-Slam-Turnier und lässt sich auf Händen tragen. © Corinne Dubreuil/FFT/AP/dpa

Dennoch gelang es ihnen – und das sogar in beeindruckender Manier. Immerhin standen dem Duo im Finale die US-Open-Sieger Mate Pavic aus Kroatien und Bruno Soares aus Brasilien gegenüber. Das 6:3 und 7:5 war verdient. Die Deutschen sind erst das vierte Männer-Duo in der Ära des Profi-Tennis, das seinen Titel bei den French Open erfolgreich verteidigt hat.

„Es ist immer ein Bonuspunkt, Teil der Geschichte zu sein“, sagte der Coburger Krawietz. „Wir hätten uns nie erträumen lassen, dass wir mal im gleichen Atemzug mit Ikonen genannt werden.“ Auch Mies wurde angesichts der Größenordnung dieses Erfolges emotional: „Mit Kevin zu sitzen, auf den Boden zu fallen, diese Trophäe wieder dabei zu haben – wir spielen, um diese Momente immer wieder zu erleben.“

2017 hatten sie es erstmals miteinander im Doppel versucht. Es folgte eine verrückte Erfolgsgeschichte mit vielen Aufs und Abs. Auf den Überraschungstitel in Paris folgte das Erstrunden-Aus in Wimbledon, auf das Halbfinale bei den US Open die Auftaktpleite in Melbourne. Dann kam die Corona-Krise, die Krawietz nutzte, um bei einem Discounter auf 450-Euro-Basis zu arbeiten und einen Perspektivwechsel zu erlangen. Umso glücklicher waren beide, trotz des durcheinandergewirbelten Kalenders nach Paris zurückkehren zu können.

Dort gewann Iga Swiatek als erste Polin ein Grand-Slam-Turnier. Sie siegte im Finale gegen Sofia Kenin aus den USA mit 6:4 und 6:1. Derweil triumphierte Rafael Nadal zum 13. Mal bei den French Open. Der Spanier bezwang Novak Djokovic aus Serbien mit 6:0, 6:2 und 7:5. Mit seinem 20. Grand-Slam-Titel zog Nadal mit dem Schweizer Rekordhalter Roger Federer gleich. (sid)

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