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Sport

Kugelstoßerin Schwanitz holt EM-Bronze

Bei der Titelkämpfen in der Halle kommt die gebürtige Dresdnerin auf 19,04 Meter. Zwei anderes Elbestädter verpassen dagegen das Finale.

Trotz der Bestweite in der Qualifikation freute sich Kugelstoßerin Christina Schwanitz auch über die Bronzemedaillie bei der Hallen-EM in Torun.
Trotz der Bestweite in der Qualifikation freute sich Kugelstoßerin Christina Schwanitz auch über die Bronzemedaillie bei der Hallen-EM in Torun. © Darko Vojinovic/AP/dpa

Torun. Christina Schwanitz fluchte lauthals und schüttelte immer wieder den Kopf, erst im letzten Durchgang platzte es aus ihr heraus. "Jawoll, jawoll", brüllte die Kugelstoß-Mama nach ihrem Versuch auf 19,04 m, der gleichbedeutend mit der Bronzemedaille war. In einem wahren Krimi bescherte die Ex-Weltmeisterin den deutschen Leichtathleten bei der Hallen-EM in Torun das erste Edelmetall.

"Es war unheimlich spannend", sagte Schwanitz nach einem packenden Wettkampf mit vielen Wendungen. "Mit meinen zarten 35 Jahren ist es nicht selbstverständlich so eine Leistung abrufen zu können, darauf bin ich unheimlich stolz." Die Dauerbrennerin musste sich bei den Titelkämpfen in Polen lediglich der neuen Europameisterin Auriol Dongmo (Portugal/19,34 m) sowie der Schwedin Fanny Roos (19,29 m) geschlagen geben.

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Schwanitz gewann ihre insgesamt vierte Medaille bei einer Hallen-EM, es war eine ihrer aufregendsten. Im vergangenen Jahr hatte die Mutter von Zwillingen im Corona-Stress ein schwerer Bandscheibenvorfall mehrere Monate außer Gefecht gesetzt. Nun so zurückzukommen, bedeutete ihr sehr viel: "Es war ein krasser Weg", sagte sie.
Die gebürtige Dresdnerin fand zunächst nur schwer in den Wettkampf. "Scheiße", schrie sie, als die 4-kg-Kugel im dritten Versuch nach nur 18,39 m auf den blauen Matten auftitschte.

Dann aber bewies Schwanitz Nervenstärke. Im letzten Versuch knackte sie noch die 19-m-Marke, was sehr wichtig war: Kurz zuvor war sie aus den Medaillenrängen gepurzelt, verdrängte mit ihrem Stoß dann aber wieder Aljona Dubizkaja aus Belarus. "Das Allerschönste an dem Abend war, dass ich mal wieder im letzten Versuch gekontert habe", sagte Schwanitz, deren Vereinskollegin Katharina Maisch bereits in der Qualifikation ausgeschieden war.

Auch die Starter des Dresdner SC verpassten ihre Entscheidungen: Der deutsche Hallen-Meister im Hochsprung, Jonas Wagner, schied bereits am Donnerstag mit einer Höhe von 2,16 Metern aus. „Anfangs konnte ich die noch kontrollieren, aber mit der Zeit wurden sie zermürbend“, sagte der 23-Jährige. „Das nehme ich als Erfahrung mit und muss lernen, damit umzugehen. Die Aufregung kam dann, als ich gemerkt habe, dass es nicht optimal läuft. Es war für mich aber ein Bonuswettkampf, mit dem ich so gar nicht gerechnet habe und daher nehme ich das als positive Erfahrung mit.“

Karl Bebendorf war dagegen über 1.500 Meter mit seinen 3:41,29 Minuten zufrieden: „Ich kann mit einem guten Gewissen aus dem Rennen rausgehen. Vom Gefühl her war es mein bestes Rennen in dieser Hallensaison und ich konnte mich als bester Deutscher gut verkaufen, obwohl dies ja nicht mehr meine Spezialstrecke ist.“ (dpa, mit SZ)

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