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Luzenko krönt Ausreißversuch

Bei der zweiten Bergankunft der Tour ist der Kasache als erster im Ziel. Dennoch ist die deutsche Hoffnung Emanuel Buchmann jederzeit Herr der Lage.

Der kasachische Etappensieger Alexej Luzenko vom Team Astana feiert.
Der kasachische Etappensieger Alexej Luzenko vom Team Astana feiert. © Pool/BELGA/dpa

Mont Aigoual. Emanuel Buchmann und Max Schachmann rollten Seite an Seite ins Ziel, auf der Gipfelhöhe des Mont Aigoual nickten sich die beiden deutschen Radstars anerkennend zu: Bei der Hetzjagd durch die Cevennen hatten die beiden Sorgenkinder eine tadellose Leistung abgeliefert und sich gut gerüstet für die knüppelharten nächsten Tage der Tour de France gezeigt.

Vor allem aber hatte der zuletzt von seinen Teamkollegen in Stich gelassene Buchmann beim zweiten Gipfelsturm der Frankreich-Rundfahrt endlich die ersehnte Hilfe: "Max war immer an meiner Seite, das hat bei der letzten Bergankunft gefehlt, dass jemand da war. Es ist ein guter Schritt", sagte Buchmann über Schachmann, nachdem die beiden "Bora-Männer" in der Gruppe der Topfavoriten um Primoz Roglic und Egan Bernal 2:53 Minuten hinter dem kasachischen Ausreißersieger Alexei Luzenko das Ziel erreicht hatten.

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Anders als noch am Dienstag verlor Buchmann, der kurz vor der Tour schwer gestürzt war und um seine Form kämpft, keinen Boden auf die Konkurrenz. "Ich bin deutlich zufriedener. Ich habe mich relativ gut gefühlt", sagte Buchmann, der neue Zuversicht für den Kampf ums Podium sammelte, "jeder Tag, an dem ich keine Zeit verliere und im Rennen bin, ist ein guter Tag. Es sollte noch besser werden."

Der Deutsche Maximilian Schachmann von Bora-hansgrohe in Aktion.
Der Deutsche Maximilian Schachmann von Bora-hansgrohe in Aktion. © David Stockman/BELGA/dpa

Schachmann, der mit einem zweieinhalb Wochen alten Schlüsselbeinbruch fährt, kommt zudem ebenfalls immer besser in Fahrt. Die Pyrenäen können für Buchmann kommen. "Für mich war das ein positiver Tag. Das Schlüsselbein hat anfangs mehr Probleme gemacht als gehofft", sagte Schachmann: "Das heute hat gezeigt, dass es aufwärts geht. Das gibt mir Motivation und Selbstvertrauen für die nächsten Tage. Es war gut zu spüren, dass man gut mitfahren kann."

Astana-Profi Luzenko setzte sich auf der ultraschnellen Bergetappe mit einem Schnitt von 42 Stundenkilometern nach 191 km mit 55 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Jesus Herrada (Cofidis) durch, die große Favoritengruppe mit Überflieger Roglic und Titelverteidiger Bernal sowie Schachmann und Buchmann auf den Plätzen 17 und 19 griff nicht mehr in den Kampf um den Sieg ein.

Buchmann darf sich "keine Fehler erlauben"

Das Gelbe Trikot verteidigte der Brite Adam Yates (Mitchelton-Scott) mit drei Sekunden Vorsprung auf Roglic (Jumbo-Visma), dem Sieger der ersten Bergankunft am Dienstag, erfolgreich. Buchmann liegt mit 22 Sekunden Rückstand auf Platz 17.
Der Franzose Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step), der 24 Stunden zuvor Gelb wegen einer Zeitstrafe nach unerlaubter Verpflegung kurios verloren hatte, wollte sich das Trikot zwar zurückholen und attackierte, holte aber nur eine Sekunde auf Yates und Co. heraus.

Bei der ersten Bergankunft am Dienstag war Buchmann neun Sekunden nach Roglic ins Ziel gekommen, noch fehlen ihm der letzte Punch und die Spritzigkeit vor seiner Verletzung. "Ich bin noch immer nicht 100 Prozent in der Form, wie sie sein sollte", sagte er.

Buchmann hat nur einen Tag zur Regeneration: Nach der Flachetappe am Freitag von Millau nach Lavour über 168 km warten die beide Pyrenäen-Etappen - danach wird die Gruppe der Tour-Favoriten deutlich ausgedünnt sein. "Es ist noch ein sehr langer Weg bis Paris", sagte Buchmann am Donnerstag im Ziel: "Ich schaue von Tag zu Tag und darf mir keine Fehler erlauben." (sid)

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