merken
Sport

Fall Frehse: Verband prüft Lizenzentzug

Turnchef Alfons Hölzl fürchtet weitere Vorkommnisse wie in Chemnitz und spricht sich für eine Anhebung des Mindestalters im Seniorenbereich aus.

Der Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), Alfons Hölzl, will einen "Kulturwandel" in seinem Sport.
Der Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), Alfons Hölzl, will einen "Kulturwandel" in seinem Sport. © Archiv: dpa/Rainer Jensen

Frankfurt/Main. Verbandspräsident Alfons Hölzl hat im Zuge der Aufarbeitung der Vorkommnisse am Olympiastützpunkt Sachsen den Willen zum "Kulturwandel" im deutschen Turnen bekräftigt. Der Chef des Deutschen Turner-Bundes sagte dem Nachrichtenmagazin Spiegel: "Die Vorfälle haben uns gezeigt, dass wir unser gesamtes System hinterfragen müssen. Es darf nicht sein, dass wir Kinder Situationen aussetzen, die eine Stufe der Gewalt erreichen."

Nach einer Untersuchung durch eine Frankfurter Kanzlei hatte der DTB "schwerwiegende Pflichtverletzungen" der Trainerin Gabriele Frehse am Bundesstützpunkt Chemnitz festgestellt. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse hat die Vorwürfe mehrfach bestritten.

Anzeige
Ein Heimsieg zum Hauptrunden-Abschluss?
Ein Heimsieg zum Hauptrunden-Abschluss?

Zum letzten Spieltag in der Bundesliga Hauptrunde empfangen die DSC Volleyball Damen am 13. März die Roten Raben Vilsbiburg in der Margon Arena!

Hölzl sagte dem "Spiegel", der Verband prüfe derzeit den Entzug der Trainerlizenz von Frehse. Die 60-Jährige hatte sich erst am Donnerstag erneut zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen geäußert und den DTB wegen der Verletzung ihrer Persönlichkeits- und Datenschutzrechte kritisiert.

Bereits Ende Januar hatte Hölzl gesagt, er könne nicht ausschließen, dass es auch an anderen Standorten Vorfälle wie in Chemnitz gegeben habe. Dazu äußerte er nun: "Wir müssen die Trainer künftig dafür aus- und weiterbilden, dass sie mit den Athleten auf Augenhöhe arbeiten".

Weiterführende Artikel

Was läuft da eigentlich in der Chemnitzer Turnaffäre?

Was läuft da eigentlich in der Chemnitzer Turnaffäre?

Der Verband fordert die Entlassung einer Trainerin, aber das Konstrukt der Verantwortlichkeiten ist kompliziert. Ein Bericht über die Hintergründe.

Turnen: Chemnitzer Trainer tritt zurück

Turnen: Chemnitzer Trainer tritt zurück

In der Affäre um psychische Gewalt am Stützpunkt wurden Vorwürfe gegen den Niederländer neu aufgerollt. Nun löst er seinen Vertrag auf. So reagiert der Verein.

Es müsse "in die Köpfe rein, dass eine Turnerin nicht mit zwölf Jahren fertig ausgebildet sein muss". Hölzl bekräftigte, dass sich der Verband dafür einsetzen wolle, dass beim Weltverband (FIG) das Mindestalter im Seniorenbereich von 16 auf 18 Jahre hochgesetzt werde. (dpa)

Mehr zum Thema Sport