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Sportausschuss will Trainerin Frehse nicht anhören

Die Chemnitzer Turnaffäre ist am Mittwoch im Bundestag ein Thema, die Beschuldigte aber nicht eingeladen. Sie äußert sich schriftlich - auch zu möglichen Fehltritten.

Trainerin Gabriele Frehse schreibt an den Sportausschuss des Bundestages.
Trainerin Gabriele Frehse schreibt an den Sportausschuss des Bundestages. © Toni Söll

Chemnitz. Der Sportausschuss des Bundestages befasst sich am Mittwoch in seiner 65. Sitzung mit den mutmaßlichen Vorkommnissen am Olympiastützpunkt Sachsen und will daraus laut Tagesordnung „Konsequenzen für Trainingsstrukturen“ ziehen. Hintergrund der Debatte sind die schweren Vorwürfe, die 14 Turnerinnen um Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer gegen ihre ehemalige Trainerin Gabriele Frehse am Stützpunkt in Chemnitz erhoben haben.

Allerdings wird die Beschuldigte selbst nicht gehört. Das habe die Mehrheit der Fraktionen abgelehnt, teilte der Linken-Politiker André Hahn mit. Demnach ist er auch mit einem Antrag gescheitert, einen Vertreter der Eltern der derzeit am Bundesstützpunkt in Chemnitz trainierenden Turnerinnen einzuladen. Diese hatten sich in einem offenen Brief bereits am 25. Januar einhellig pro Frehse und gegen eine Entlassung der Trainerin ausgesprochen.

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Frehse hat sich derweil schriftlich an den Sportausschuss gewandt. Sie räumt mögliche verbale Fehltritte ein – wie bereits unter anderem im Interview mit Sächsische.de Anfang Dezember 2020 unmittelbar nach Veröffentlichung der Anschuldigungen im Magazin Der Spiegel. Es habe nie in ihrer Absicht gestanden, „mit den von mir trainierten Turnerinnen in einer Weise zu kommunizieren, welche diese als ,psychische Misshandlung‘ hätten wahrnehmen können“. Wenn es einzelne Sportlerinnen dennoch so empfunden haben, tue ihr das aufrichtig leid und sie bitte diese um Entschuldigung.

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Gleichzeitig verweist Frehse darauf, dass sie zu den Vorwürfen, die offenbar bereits 2018 durch den DTB untersucht worden sind, nicht konkret Stellung nehmen kann. Ihr liege der Untersuchungsbericht trotz Aufforderung nicht vor. Es verwundere sie, „dass sich der Sportausschuss mit den gegen mich erhobenen Vorwürfen befasst, ohne bislang ein Interesse daran zu zeigen, meinen Standpunkt … zu erfahren“, meint Frehse. Es gehe in der Sitzung nicht um die Klärung der Vorwürfe, habe die Ausschussvorsitzende Dagmar Freitag (SPD) laut Hahn dazu schriftlich mitgeteilt.

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