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Was Sie über die Tournee wissen sollten

Ein Norweger gegen zwei Deutsche bei der Vierschanzentournee? Hier die wichtigsten Antworten vor der 69. Auflage.

Er gehört zu den Tournee-Favoriten: Weltmeister Markus Eisenbichler. Schon die ersten beiden Weltcup-Springen dieser Saison hat er gewonnen.
Er gehört zu den Tournee-Favoriten: Weltmeister Markus Eisenbichler. Schon die ersten beiden Weltcup-Springen dieser Saison hat er gewonnen. © Darko Bandic/AP/dpa

Wie sieht die Vierschanzentourneein Corona-Zeiten aus?

Für die Millionen Fernsehzuschauer kaum anders als in den Vorjahren. Der Schanzenklassiker beginnt wie gewohnt in Oberstdorf (29. Dezember), es folgen Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar), jeweils am Vortag steigt die Qualifikation. Jedoch müssen alle Springen ohne Zuschauer auskommen, gerade in Bayern und Österreich sind die Corona-Maßnahmen sehr streng. Im Tournee-Umfeld gibt es weitreichende Sicherheitsmaßnahmen, die Anzahl der beteiligten Personen aus allen Bereichen ist deutlich reduziert worden.

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Wer sind diesmaldie Favoriten?

Topfavorit ist ein Norweger: Halvor Egner Granerud gewann vor dem Winter 2020/21 kein einziges Weltcup-Springen, nun fährt er mit fünf Siegen in Serie zur Tournee. Herausforderer Nummer eins dürfte der deutsche Weltmeister Markus Eisenbichler sein; der Gewinner der ersten beiden Saisonspringen lag zuletzt nur knapp hinter Granerud. Vorne mitmischen könnte auch der neue Skiflug-Weltmeister Karl Geiger, doch hinter dem Oberstdorfer Lokalmatador steht nach seiner Corona-Infektion ein Fragezeichen. Gleiches gilt für Österreichs Topstar Stefan Kraft, den nach Covid-19 zuletzt Rückenprobleme lahmlegten.

Welche Chancen haben die anderen deutschen Teilnehmer?

Insgesamt zwölf dürfen in Oberstdorf und Garmisch an den Start gehen – für so viel Masse ist aber derzeit nicht ausreichend Klasse verfügbar. Neben Eisenbichler und Geiger ist derzeit nur Pius Paschke ein regelmäßiger Top-10-Springer. Youngster Constantin Schmid kann an guten Tagen weit vorn landen, hat aber riesige Schwankungen. Vielmehr findet sich unter den Sorgenkindern die geballte deutsche Skisprung-Prominenz.

Die nach schweren Verletzungen zurückgekehrten Olympiasieger Severin Freund und Andreas Wellinger kämpfen um Anschluss, vor allem Wellinger ist meilenweit von alter Form entfernt. Team-Weltmeister Stephan Leyhe fällt mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison aus, der junge David Siegel tastet sich nach 700 Tagen Weltcup-Pause heran. Der notorisch formschwache Richard Freitag hat den Sprung in den deutschen A-Kader verpasst, zeigte zuletzt aber im zweitklassigen Continental Cup ordentliche Leistungen.

Die Frage aller Fragen: Schafft wieder jemand den Grand Slam?

Eigentlich unglaublich: In den ersten 64 Jahren war Sven Hannawald der einzige Springer, der alle vier Wettbewerbe in einem Winter gewann. Dann kamen Kamil Stoch (2017/18) und Ryoyu Kobayashi (2018/19) und wiederholten dieses Kunststück nacheinander. Ein vierter Springer in diesem exklusiven Klub in diesem Jahr ist nicht unbedingt zu erwarten, aber auch nicht unmöglich. Granerud gewann vor der Tournee schließlich fünf Mal in Serie.

Wer ist in diesem Jahr für Überraschungen gut?

Überraschungen haben Tradition bei der Tournee: Die Österreicher Thomas Diethart (2013/14) und Stefan Kraft (2014/15) waren ohne jeden Weltcupsieg in die Tournee gegangen – und triumphierten. Im Vorjahr war der Norweger Marius Lindvik die große Entdeckung und wurde Gesamtzweiter. Und diesmal? Der Japaner Yukiya Sato, der Österreicher Daniel Huber, Bor Pavlovcic aus Slowenien und auch der so stabile Paschke sind Kandidaten.

Was ist bei der Tournee anders als im normalen Weltcup?

Im Gegensatz zu anderen Weltcups wird der erste Durchgang bei der Vierschanzentournee im K.-o.-Modus ausgetragen. Die 50 qualifizierten Athleten werden in 25 Paare unterteilt und treten in direkten Duellen gegeneinander an. Dabei springt der Erste der Qualifikation des Vortages gegen den 50., der Zweite gegen den 49. und so weiter, die Sieger schaffen es direkt in den zweiten Durchgang. Das gilt auch für die fünf besten Verlierer („Lucky Loser“), die das Feld der 30 Starter im Finale auffüllen. Bei Punktgleichheit kommt der Springer mit der niedrigeren Startnummer weiter.

Was gibt es zu gewinnen bei der Vierschanzentournee?

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Recht wenig: 20.000 Schweizer Franken (ca. 18.400 Euro) erhält der Tourneesieger, 10.000 Franken gibt es für einen Tagessieg. Zum Vergleich: Bei der neuen Raw-Air-Serie in Norwegen gibt es bei den Männern 60.000 Euro, bei den Frauen 35.000 Euro für den Sieger. Dort gehen anders als bei der Tournee auch die Zweiten und Dritten nicht leer aus. Und für die Frauen gibt es weiter keine Vierschanzentournee, auch das wird immer mehr zum Ärgernis. (sid)

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