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Was dem Wintersport jetzt wegen Corona droht

Seit Beginn der Pandemie war viel Zeit, um Konzepte vorzubereiten. Nur das Ergebnis gefällt längst nicht allen.

So voll wird es bei den beiden Biathlon-Weltcups in Oberhof im Januar auf keinen Fall werden. Die Veranstalter hoffen auf 10.000 Zuschauer pro Tag.
So voll wird es bei den beiden Biathlon-Weltcups in Oberhof im Januar auf keinen Fall werden. Die Veranstalter hoffen auf 10.000 Zuschauer pro Tag. © dpa/Martin Schutt

Als die Corona-Pandemie im März hereinbrach, konnte der Wintersport aufgrund des zeitlichen Puffers noch auf eine Rückkehr zur Normalität in der nächsten Saison hoffen. Diese Hoffnungen haben sich inzwischen zerschlagen. Bereits jetzt wurden viele Wettbewerbe abgesagt oder verlegt. An Wintersportfeste vor bis zu 50.000 Zuschauern beim Hahnenkammrennen von Kitzbühel oder 25.000 Fans bei der Vierschanzentournee der Skispringer ist nicht ansatzweise zu denken.

Doch fehlende Zuschauermassen sind derzeit nicht die größte Sorge der Sportler. Angesichts der Absagen-Flut, die Corona dem Sommersport beschert hat, hoffen sie zunächst mal, überhaupt planmäßig die Wettkämpfe aufnehmen zu können. „Man versucht nicht, über den schlimmsten Fall nachzudenken, dass eine Saison ausfällt. Wir hoffen, dass unsere Wettkämpfe normal stattfinden können“, betont Biathletin Denise Herrmann. Der nordische Kombinierer Johannes Rydzek erklärt, die Athleten seien für „Kompromisse jeglicher Art bereit, weil es unsere Lebensgrundlage ist“.

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Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Am 25. Oktober findet eine Baustellenbesichtigung in Döbeln statt.

Biathletin Denise Herrmann hofft, dass ihre Rennen normal stattfinden können.
Biathletin Denise Herrmann hofft, dass ihre Rennen normal stattfinden können. © dpa/Angelika Warmuth

Die Skijäger beweisen eindrucksvoll, wie die neue Normalität in Corona-Zeiten aussehen könnte. Die ersten sieben Weltcup-Stationen werden an vier Orten ausgetragen. Östersund in Schweden, Annecy in Frankreich und Ruhpolding wurden gestrichen, um Ortswechsel zu vermeiden und die Ansteckungsgefahr zu minimieren. In Oberhof gehen sie im Januar zwei Wochen hintereinander an den Start. Der WM-Ort von 2023 ersetzt Ruhpolding. Die Veranstalter hoffen auf 10.000 Zuschauer pro Wettkampftag. Die Entscheidung trifft das zuständige Gesundheitsamt. „Obwohl es enttäuschend ist, müssen wir akzeptieren, dass die Änderungen an unseren ursprünglichen Plänen absolut notwendig sind“, meint Olle Dahlin, der Präsident der Internationalen Biathlon-Union.

Auch anderen Sportarten könnte ein System der Abschottung drohen, das an das Champions-League-Turnier der Fußballer in Lissabon erinnert. Für Großveranstaltungen wie die Vierschanzentournee oder die Weltmeisterschaften der Biathleten, der Nordischen und der Alpinen dürfte vor allem das Zuschauerthema wichtig werden. Nach derzeitigem Stand sollen in Oberstdorf 2.500 Fans zum Vierschanzentournee-Auftakt zugelassen werden. Etwas mehr Zeit wäre bis zur Nordischen Ski-WM. Sie findet ab 23. Februar 2021 auch in Oberstdorf statt. Cortina d’Ampezzo plant für die alpine Ski-WM derzeit mit etwa 5.000 Fans pro Tag. Das könnte über die Gesamtdauer 50.000 bis 60.000 Zuschauer bedeuten.

Der nordische Kombinierer Johannes Rydzek ist zu Kompromissen aller Art bereit.
Der nordische Kombinierer Johannes Rydzek ist zu Kompromissen aller Art bereit. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Wie schnell derartige Pläne durchkreuzt werden, zeigt der nahende alpine Ski-Auftakt in Sölden. Im Risikogebiet Tirol sind keine Zuschauer zugelassen. Stattdessen soll es vor Ort vier Personenkreise geben, die in sich geschlossen bleiben: Rennläufer und Betreuer, Organisation, Medien und eine geringe Anzahl geladener Gäste. Das übliche Party- und Rahmenprogramm soll ausfallen, heißt es. Gleiches dürfte in diesem Winter für weitere Party-Weltcups in allen Sportarten gelten. Bei den Alpinen wurden auch bereits die Nordamerika-Stationen Ende November abgesagt.

Schwer trifft es außerdem die Sportarten im Eiskanal und auf den Eisbahnen. Bei ihnen mussten die Weltverbände schon massiv in den Kalender eingreifen. Die Bob- und Skeleton-WM wurde von Lake Placid in den USA nach Altenberg verlegt (vom 1. bis 14. Februar). Die Rennrodel-WM findet nun am Königssee statt und nicht auf der kanadischen Olympia-Bahn in Whistler. Alle Weltcups in Nordamerika wurden gestrichen und analog zum Biathlon auf europäische Bahnen verteilt. „Wir müssen die Saison irgendwie durchbringen, damit es unseren Sport, wie wir ihn kennen und lieben, auch weiterhin gibt“, mahnt Bob-Rekordweltmeister Francesco Friedrich.

Bob-Rekordweltmeister Francesco Friedrich will die Saison irgendwie durchbringen.
Bob-Rekordweltmeister Francesco Friedrich will die Saison irgendwie durchbringen. © dpa/Tobias Hase

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Eiskunstläufern, Eisschnellläufern und Shorttrackern droht indes bis Weihnachten weitgehend Beschäftigungslosigkeit. Der Weltverband ISU hat die wichtigsten internationalen Wettbewerbe in allen drei Sportarten abgesagt. Nun soll eine Neuplanung der olympischen Test-Veranstaltungen in China vorgenommen werden. Zuvor waren schon vier Eisschnelllauf-Weltcups im November und Dezember abgesagt worden, und vermutlich war auch das erst der Anfang. (dpa mit SZ)

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