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Sport

Wintersport: Starke Zeichen aus Klingenthal

Die deutschen Kombinierer feiern einen Dreifachsieg und auch Skispringer Eisenbichler ist vorn dabei. Allerdings gibt es auch ein Sorgenkind.

Markus Eisenbichler findet in Klingenthal zu seiner Bestform zurück und landet nach Sprüngen auf 138 und 141,5 Meter auf Rang drei.
Markus Eisenbichler findet in Klingenthal zu seiner Bestform zurück und landet nach Sprüngen auf 138 und 141,5 Meter auf Rang drei. © dpa/ Hendrik Schmidt

Klingenthal. Im Hochgefühl von zwei Siegen bei der WM-Generalprobe richtete Vinzenz Geiger ein paar Grüße an den pausierenden Dominator Jarl Magnus Riiber aus. „Ich denke, er hat es sich bestimmt angeschaut und gesehen, dass ich ein geniales Wochenende hatte. Was er sich dann denkt, weiß ich nicht, ist mir auch egal“, sagte der beste deutsche Nordische Kombinierer, nachdem er am Sonntag auch das zweite Einzel beim Heimspiel in Klingenthal mit einer famosen Laufleistung für sich entschieden hatte.

Am Samstag hatte es mit Geiger vor Fabian Rießle und Eric Frenzel sogar den ersten deutschen Dreifacherfolg seit Olympia 2018 gegeben, am Tag darauf verpassten Rießle, Johannes Rydzek sowie Frenzel auf den Plätzen fünf bis sieben das Podest nur knapp. Zwei Wochen vor der Heim-WM in Oberstdorf sind die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch topfit und in Form. Der Allgäuer Geiger, dessen unwiderstehlicher Antritt in der Loipe ein Riesenproblem für alle Rivalen ist, wird in Oberstdorf mit ganz viel Selbstvertrauen den Norweger Riiber fordern. „Das Wochenende war auf jeden Fall genial“, sagte der 23-Jährige im ZDF.

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„Ich bin sehr zufrieden. Vor allem auf der Schanze können wir einen Aufwärtstrend verzeichnen. Das hat mir richtig gut gefallen. Wir haben wieder Verantwortung übernommen und haben gezeigt, dass wir die Chefs sein wollen“, sagte Weinbuch.

Eisenbichler mit starken Sprüngen auf Platz drei

Einen versöhnlichen Ausklang fand das Weltcup-Wochenende in Klingenthal auch für Skispringer Markus Eisenbichler. Der dritte Platz im Einzel nach Sprüngen auf 138 und 141,5 Meter war für den Bayer am Sonntag eine große Erleichterung. „Ich habe einfach nicht viel nachgedacht. Dann vertraue ich auf mein Gefühl. Das macht schon ein bisschen mehr Spaß“, sagte der 29-Jährige. Rang neun am Samstag hatte sich für ihn noch frustrierend angefühlt. „Es war heute mal wieder schön, gestern war es bescheiden“, meinte Eisenbichler.

Der Überflieger auch auf der Vogtlandschanze in Klingenthal: Halvor Egner Granerud aus Norwegen gewinnt beide Einzelspringen.
Der Überflieger auch auf der Vogtlandschanze in Klingenthal: Halvor Egner Granerud aus Norwegen gewinnt beide Einzelspringen. ©  dpa/Jan Woitas

Der Norweger Halvor Egner Granerud bleibt der Überflieger und entschied beide Einzel für sich. Das Podest komplettierte am Sonntag Bor Pavlovcic aus Slowenien, der einen Sprung auf 146 Meter schaffte und Zweiter wurde. Dagegen herrscht bei Karl Geiger Frust, nachdem er in der Vogtland-Arena gleich zweimal den zweiten Durchgang verfehlte. Auf Rang 32 folgte am Sonntag Rang 38. „Das war nix“, konstatierte Geiger, der in diesem Winter nicht nur den Flug-WM-Titel geholt hat, sondern auch schon ein Einzelspringen bei der Tournee für sich entschied. Ein fester Kandidat für das WM-Team ist Pius Paschke. Der 30-Jährige hatte am Samstag Rang sieben belegt und war damit bester Deutscher, am Sonntag ließ er Rang 15 folgen.

Rodler im Schnee-Chaos stark

Ein 13. Platz reichte Rennrodlerin Natalie Geisenberger, um in der ersten Saison nach ihrer Baby-Pause den Gesamtweltcup zu gewinnen. Im heftigen Schneetreiben auf der Naturbahn von St. Moritz sicherte sich die Lettin Elina Vitola den Sieg im letzten Rennen vor Julia Taubitz aus Oberwiesenthal, die auch im Gesamtklassement Zweite wurde, und der Schweizerin Natalie Maag. Felix Loch, der zuvor acht von neun Weltcuprennen gewonnen hatte, musste sich im letzten Wettbewerb der Saison mit Platz drei hinter dem Österreicher Nico Gleirscher und Max Langenhan aus Friedrichroda zufriedengeben. Die Teamstaffel wurde wegen des schlechten Wetters abgebrochen. (dpa)

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