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Sport

Friedrich führt deutsches Bob-Team an

Der Rekordweltmeister aus Pirna will wieder Historisches schaffen. Die anderen sächsischen Teams müssen auf Umwegen zur Heim-WM im Februar in Altenberg.

Der Rekordweltmeister führt das deutsche Weltcup-Team. Sechs Titel hintereinander hat der Pirnaer Francesco Friedrich im Zweierbob eingefahren, der siebente soll im Februar 2021 in Altenberg folgen.
Der Rekordweltmeister führt das deutsche Weltcup-Team. Sechs Titel hintereinander hat der Pirnaer Francesco Friedrich im Zweierbob eingefahren, der siebente soll im Februar 2021 in Altenberg folgen. © Lutz Hentschel

Königssee. Die Saison beginnt am 20. November im lettischen Sigulda, und dass Francesco Friedrich bei der ersten Weltcup-Station am Start sein wird, ist keine Überraschung. Der Rekordweltmeister aus Pirna führt seit einigen Jahren nun schon die deutsche Nationalmannschaft an, gewinnt mit seinen Anschiebern seit 2017 bei den Großereignissen sowohl im Zweier als auch mit dem Vierer regelmäßig den Titel und ist natürlich auch diesmal für den Weltcup gesetzt. 

"Wichtig ist, dass diese Rennen und die WM im Februar in Altenberg stattfinden. Unsere Sportart muss präsent sein", sagt der 30-jährige Bobpilot vom BSC Sachsen Oberbärenburg mit Blick auf die Corona-Pandemie. Er selbst will von Anfang an Siege einfahren, denn, so sagt er das, "jedes Rennen könnte in dieser Saison das letzte sein". Zudem ist es der vorolympische Winter mit der Heim-WM vom 1. bis 14. Februar in Altenberg als Höhepunkt, da geht es mehr denn je immer auch ums Testen.

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Die vergangenen fünf, sechs Wochen hat Friedrich dafür schon intensiv nutzen können, zusammen mit dem ebenfalls gesetzten Vierer-Spezialisten Johannes Lochner vom Königssee. Während die anderen deutschen Piloten um den dritten noch offenen Platz im Weltcup-Team fuhren, schrubbte allein Friedrich pro Woche rund 45 bis 50 Bahnkilometer. "Die Motivation", stellt er prinzipiell fest, "lässt nie nach."

Bis Jahresende nur Rennen im Zweier wegen Corona

Nächste Woche geht es nun nach Sigulda, wo coronabedingt gleich vier Zweier-Rennen ausgetragen werden. Danach wird zwei Wochenenden in Folge in Innsbruck ausschließlich Zweierbob gefahren. Mit dabei neben Friedrich und Lochner: Christoph Hafer (Bad Feilnbach), der jetzt in Königssee in Abwesenheit des vorgenannten Duos die deutsche Meisterschaft im Zweier und Vierer gewann.

Das Aufgebot der Frauen wird angeführt von Olympiasiegerin Mariama Jamanka (Oberhof) und Vizeweltmeisterin Kim Kalicki (Wiesbaden), ergänzt wird der Kader bei den ersten Rennen von Laura Nolte (Winterberg). Für das zweite Innsbruck-Wochenende rücken bei den Männern dann Hans-Peter Hannighofer (Oberhof) statt Hafer und Stephanie Schneider (Oberwiesenthal) statt Jamanka in das Weltcup-Team.

Die neue Bob-Allianz Sachsen ist zum Saisonstart mit einem Team im Weltcup vertreten. Francesco Friedrich (Mitte) führt die deutsche Mannschaft an. Das Team um den jetzt verletzten Richard Oelsner (links) erhält im Laufe der Saison eine Chance, Maximilian
Die neue Bob-Allianz Sachsen ist zum Saisonstart mit einem Team im Weltcup vertreten. Francesco Friedrich (Mitte) führt die deutsche Mannschaft an. Das Team um den jetzt verletzten Richard Oelsner (links) erhält im Laufe der Saison eine Chance, Maximilian © KSB

"Die Leistungsdichte bei den Frauen hat mich nicht überrascht. Das war klar, dass wir mit vier Teams auf Augenhöhe in die Selektion gehen. Man sieht ja auch, dass die Siegleistungen zwischen den Teams gewechselt haben", sagt Bundestrainer René Spies, und er ergänzt: "Bei den Männern wissen wir, dass wir eine neue Generation im Anmarsch haben, für mich die Generation 2022 bis 2026."

Junioren-Weltmeister Oelsner verletzt sich

Auch Richard Oelsner vom BSC Sachsen Oberbärenburg soll dann nach dem Jahreswechsel eine Chance erhalten. Der Junioren-Weltmeister und WM-Fünfte des Vorjahres hatte sein Weltcup-Ticket bereits so gut wie sicher, verletzte sich aber am Donnerstag im Zweierrennen um die deutsche Meisterschaft. 

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Im Vierer am Freitag, bei dem Vereinskollege Maximilian Illmann etwas überraschend den zweiten Platz belegte, musste er daraufhin passen. Der 22-jährige Illmann wird in dieser Saison im Europacup fahren, der am ersten Dezember-Wochenende in Winterberg beginnt und Anfang Januar in Altenberg Station macht. 

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