merken
Bob-WM 2021

So läuft's bei der Bob-WM in Altenberg

Die ersten Entscheidungen bei den Frauen sind gefallen, dabei stehen noch zwei Läufe aus. Zwei Deutsche fahren auf Medaillenkurs, zufrieden aber ist keine.

Reichlich Schnee, keine Zuschauer und Weltklasse im Eiskanal: So sieht es derzeit in Altenberg aus bei der Bob- und Skeleton-WM.
Reichlich Schnee, keine Zuschauer und Weltklasse im Eiskanal: So sieht es derzeit in Altenberg aus bei der Bob- und Skeleton-WM. © dpa/Sebastian Kahnert

Altenberg. So ein Urschrei ist nicht selten im Bobsport, schon gar nicht nach einer schnellen, weil fehlerlosen Fahrt im schwierigen Altenberger Eiskanal. Und ohne Zuschauer, die Corona-bedingt derzeit auch beim Saisonhöhepunkt Weltmeisterschaft fehlen, ist der Gefühlsausbruch natürlich noch viel besser zu vernehmen. Kim Kalicki aber hätte sich so oder so ordentlich Gehör verschafft.

Zum WM-Auftakt am Freitag in Altenberg liegt sie nach zwei von vier Läufen auf dem zweiten Platz - als beste der vier deutschen Zweierbob-Pilotinnen. "Wenn wir Kurve 14 treffen, wusste ich, dass wir weit nach vorn fahren können", betont Kalicki - nachdem sie Kurve 14 in Lauf zwei tatsächlich sauber durchfahren ist, danach mittels Urschrei die Anspannung herauslies und mit dicken Grinsen hinter dem Mund-Nase-Schutz vielsagend erklärte: "Ich war einfach zufrieden."

Anzeige
Vernünftige Rendite mit Nachhaltigkeit
Vernünftige Rendite mit Nachhaltigkeit

Einfach, bequem und flexibel in die Zukunft investieren. Langfristig gute Chancen bietet der Anlage-Assistent MeinInvest.

0,34 Sekunden beträgt ihr Rückstand auf die US-amerikanische Titelverteidigerin Kaillie Humphries, die bereits im Vorjahr, als die WM ebenfalls in Altenberg stattfand, die Konkurrentinnen deklassierte und Kalicki auf den zweiten Platz verwies. Wiederholt sich Geschichte am Samstagnachmittag nun, wären vermutlich beide zufrieden.

Kim Kalicki und Ann-Christin Strack sind nach zwei von vier Läufen auf dem zweiten Platz - und damit das beste deutsche Team.
Kim Kalicki und Ann-Christin Strack sind nach zwei von vier Läufen auf dem zweiten Platz - und damit das beste deutsche Team. © dpa

Zumindest Kalicki, angeschoben von Ann-Christin Strack, kann und will sich der Sache aber noch nicht sicher sein. Ohne den folgenschweren, laut ihrer Trainer rund 0,2 Sekunden kostenden Fahrfehler im ersten Lauf im unteren Bahnteil wäre sie schließlich nah dran an der einmal mehr souverän fahrenden Humphries. Zum anderen ist der Abstand zu den Teamkolleginnen Laura Nolte/Deborah Levi auf Rang drei mit 0,09 Sekunden minimal.

Allerdings ist auch Nolte, mit Abstand die beste Starterin im 20 Schlitten umfassenden Teilnehmerfeld, längst nicht fehlerlos geblieben. "Ein bisschen die Lenkseile zu locker in den Händen gehabt, würde ich sagen. Aber alles gut, ich bin froh, dass wir unten angekommen sind", meint Nolte, die im Vorjahr bei der WM noch im zweiten Lauf gestürzt war.

Im Ziel schüttelt sie diesmal dennoch den Kopf, genauso wie Olympiasiegerin Mariama Jamanka. "Die Fahrten waren nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe", sagt Jamanka - und hat damit noch deutlich untertrieben. Mit Anschieberin Vanessa Mark liegt die Oberhoferin auf einem ernüchternden siebenten Rang, der Rückstand zu den eigentlich angestrebten Medaillenplätzen ist immens.

WM gelaufen, und das schon zur Halbzeit: Stephanie Schneider und Leonie Fiebig fahren den besten Teams bislang weit hinterher.
WM gelaufen, und das schon zur Halbzeit: Stephanie Schneider und Leonie Fiebig fahren den besten Teams bislang weit hinterher. © dpa

Noch härter, und das im Wortsinn, hat es indes Stephanie Schneider getroffen, die am Vortag bei der internationalen Pressekonferenz noch erklärte, inzwischen gern in Altenberg zu fahren ("Die Bahn und ich sind anscheinend Freunde geworden"). Nach einem Fast-Sturz im ersten Lauf und heftigem Bandenkontakt in Lauf zwei ist die WM für die Pilotin vom WSC Oberwiesenthal gelaufen. Rang acht nach dem ersten Tag - eine herbe, unerwartete Enttäuschung.

"Das haben wir uns definitiv anders vorgestellt. Ich sage mal so: Es waren nicht die besten Fahrten in dieser Woche, hier eine Bande, da eine Bande. Das spürt man schon", erklärt Anschieberin Leonie Fiebig danach, Schneider selbst will nichts sagen. Sie ist fertig mit sich, der Welt - und dieser Bahn. Fiebig: "Das Ding ist, es geht hier in der Weltklasse um Hundertstelsekunden. Deshalb werden wir noch mal angreifen und zusammen bis zum Schluss kämpfen." Das wiederum eint sie mit allen anderen.

Weiterführende Artikel

Dreierbob: Der Podcast zur WM 2021

Dreierbob: Der Podcast zur WM 2021

Bei der Bob- und Skeleton-WM 2021 in Altenberg ist Sächsische.de mit dem Dreierbob am Start. Worum es in dem Podcast geht und alle Folgen.

Souvenirs von der Bob-WM ohne Zuschauer

Souvenirs von der Bob-WM ohne Zuschauer

Kein Fan kommt an die Bahn in Altenberg. Andenken an diese historische WM gibt es trotzdem. Die T-Shirts haben einen ganz besonderen Aufdruck.

Friedrichs größter Konkurrent in Altenberg ist das Wetter

Friedrichs größter Konkurrent in Altenberg ist das Wetter

Bei der Bob-WM auf seiner Heimbahn will der Pirnaer Pilot an diesem Wochenende neue Rekorde aufstellen. Doch es ist Schnee angekündigt, sehr viel Schnee.

"Ohne Schnee sollte nichts schiefgehen"

"Ohne Schnee sollte nichts schiefgehen"

Im Podcast Dreierbob spricht Bob-Pilot Francesco Friedrich über seine Favoritenrolle und wie Corona die Heim-WM in Altenberg für ihn beeinflusst.

Nur soll am Samstag neben den Tücken der Bahn mit dem Wetter ein weiterer Kontrahent hinzukommen. Es ist reichlich Schneefall für das Wochenende angekündigt. Die Frauen starten um 14.30 Uhr mit dem dritten Lauf, ehe 16 Uhr endgültig die Entscheidung fällt. Bereits am Vormittag, ab 10 Uhr, bestreiten die Männer im Zweierbob die ersten beiden Läufe.

Alles über die WM erfahren Sie auf unserer Themenseite BOB-WM 2021

Mehr zum Thema Bob-WM 2021