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Seidel redet sich Frust von der Seele

Die Dresdner Shorttrackerin spricht über die Zeit nach ihrer Bein-OP. Außerdem ärgert sich die 23-Jährige über ungerechte Einschätzungen sportlicher Leistungen.

Anna Seidel will ihre Shorttrack-Karriere nach den Olympischen Spielen in Peking 2022 beenden.
Anna Seidel will ihre Shorttrack-Karriere nach den Olympischen Spielen in Peking 2022 beenden. © Archiv: Matthias Rietschel

München. Deutschlands beste Shorttrackerin, Anna Seidel, sieht acht Wochen nach ihrem schweren Trainingsunfall und sich anschließender Operation an Schien- und Wadenbein ihre Genesung positiv.

"Ich bin aktuell mit meiner Physis zufrieden. Ich fühle mich endlich wieder stabil. Aber: Die ersten Wochen nach der Verletzung waren echt schwer und frustrierend. Mir wurde schnell langweilig", sagte die Dresdnerin im Interview von Münchner Merkur und tz.

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Zu dem stärker werdenden medialen Druck auf Leistungssportler äußerte Seidel: "Ich habe oft das Gefühl, dass selbst Top-Ten-Plätze in den Medien schon als komplettes Versagen dargestellt werden. Die Wenigsten wissen, wie schwer es ist, unter die besten Zehn einer Sportart zu kommen. Wie viele Trainingsstunden und auch Schmerzen hinter einen solchen Platzierung stecken."

"Letzte zwei Jahre waren für meinen Körper extrem hart"

Bei Medaillen werde man "komplett abgefeiert" und sei "plötzlich der Volksheld. Läuft es schlechter, wirst du entweder gar nicht beachtet, oder es wird sofort alles negativ dargestellt."

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Nach ihrer Operation hatte die 23 Jahre alte Dresdnerin verkündet, dass Peking 2022 ihre letzten Olympischen Winterspiele werden. "Ich hatte in meiner Karriere schon drei große Verletzungen. Besonders die letzten zwei Jahre waren für meinen Körper extrem hart. Wenn du am Wochenende nichts mit deinen Freunden unternehmen kannst, weil du dich nicht bücken kannst, ist das ziemlich frustrierend", begründete sie. (dpa)

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