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Bob-WM 2021

Der Pilot aus Pirna und seine Pokale

Bobfahrer Francesco Friedrich gewinnt trotz kleinerer Fehler das Weltcup-Finale im Zweier und Vierer. Sein Blick geht jetzt zur Heim-WM diese Woche in Altenberg.

Der Pilot aus Pirna und seine nächsten Pokale: Francesco Friedrich posiert mit den drei Pokalen für die Gesamtweltcupsiege im Zweier- und Viererbob sowie in der Kombinationswertung.
Der Pilot aus Pirna und seine nächsten Pokale: Francesco Friedrich posiert mit den drei Pokalen für die Gesamtweltcupsiege im Zweier- und Viererbob sowie in der Kombinationswertung. © APA

Innsbruck/Altenberg. Bundestrainer René Spies bescheinigt Francesco Friedrich die Form seines Lebens. Internationale Kommentatoren nennen den Bobfahrer den Lewis Hamilton des Wintersports: Um die Dominanz des Olympiasiegers zu beschreiben, müssen immer neue Superlative herhalten. Die Gegner rechnen die Ergebnislisten grundsätzlich nach dem Piloten des BSC Sachsen Oberbärenburg – auch beim Weltcup-Finale in Innsbruck/Igls.

Auf der Olympia-Bahn von 1976 holte er sich im Zweier mit Anschieber Alexander Schüller sowie im Vierer mit Thorsten Margis, Candy Bauer und Schüller seine Saisonerfolge 14 und 15. Friedrich schraubte dadurch seinen Weltcup-Sieg-Rekord vor der am Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaft auf 52.

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Eine Niederlage im Saisonverlauf im Zweier, ungeschlagen im Vierer: Der Pilot aus Pirna fährt in einer anderen Liga. Besonders am Start kann keiner mithalten. „Das ist das A und O. Er ist da sehr souverän“, lobte Spies den Dominator. „Wir hoffen, dass er das über die WM hinaus auch Richtung Olympia 2022 konservieren kann.“ Friedrichs Besatzung gibt sich damit nicht zufrieden. Anschieber Margis konnte sich mit 4,95 Sekunden daher auch nicht wirklich anfreunden. „Wir hatten uns den Startrekord vorgenommen“, sagte er. Den hält Friedrichs Crew mit 4,93 Sekunden.

Der Pilot blieb ob der Gesamtweltcup-Triumphe in beiden Schlitten – im Zweier zum vierten und im Vierer zum dritten Mal – gelassen. Im großen Schlitten gewann er am Sonntag vor dem Österreicher Benjamin Maier und Justin Kripps aus Kanada. Beide waren schon in den vergangenen Wochen seine ersten Verfolger und dürfen auch mit Blick auf die Heim-WM in Altenberg auf Medaillen hoffen.

Konkurrenz hat Friedrich der Zeit nur im Vierer

Wenn Friedrich in einer Disziplin die Konkurrenten fürchten muss, dann wohl im Vierer. „Wir waren am Start sehr dominant“, sagte er. „Aber wenn die Gegner da näherkommen, wird es sehr eng. Wir müssen noch einige Aufgaben vor allem hinsichtlich des Materials erledigen. Mal sehen, in welche Kufenkiste wir greifen und was wir mit dem Bob-Set-up machen.“ Auch Spies sieht im Vierer „sehr starke Konkurrenz“ aus Österreich, Kanada und Lettland, „die uns das Leben noch schwerer machen wird“.

Zu stark sind sie derzeit bereits für Johannes Lochner. Der ehemalige Weltmeister belegte im großen Schlitten am Sonntag den vierten Platz, beendet auch die Saison auf dieser Position und kommt momentan nicht an Maier und Kripps heran.

Insgesamt besser lief es für ihn im Zweier. Zwar kam der Stuttgarter am Samstag bloß auf Rang fünf. Doch der 30-Jährige landete im Abschlussklassement auf Platz zwei und kann sich außerdem trösten: Er ist der einzige Pilot, der Friedrich in diesem Winter geschlagen hat. Im Dezember auf der ersten Station auch in Innsbruck-Igls gewann Lochner im kleinen Schlitten.

Aus Österreich geht es jetzt gleich weiter zur WM nach Altenberg. Am heutigen Montag stehen Tests auf das Coronavirus im Kalender und am Dienstag die ersten Trainingseinheiten auf dem Programm. Von Februar an spricht in Friedrichs Heimat alles für seinen nächsten Machtbeweis. Bereits bei der WM an gleicher Stelle im vergangenen Jahr hatte er im Zweier und Vierer gesiegt.

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Dagegen kassierten die deutschen Frauen ihre erste Saisonniederlage. Beim Erfolg der Ex-Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA lag die Wiesbadenerin Kim Kalicki als Beste auf Platz sechs. Die Österreicherin Katrin Beierl gewann ohne einen Saisonsieg erstmals den Gesamtweltcup, da sie in diesem Winter – anders als die deutschen Frauen – bei jedem Weltcup startete und konstanter punktete. (dpa, sid)

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