Merken
Sport

Skispringer fliegen doppelt aufs Podest

Karl Geiger und Markus Eisenbichler präsentieren sich bereits zu Beginn des Olympia-Winters in starker Verfassung. Ein Corona-Fall sorgt derweil für Wirbel.

 3 Min.
Karl Geiger sprang beim zweiten Skispringen-Weltcup in dieser Saison auf den zweiten Rang.
Karl Geiger sprang beim zweiten Skispringen-Weltcup in dieser Saison auf den zweiten Rang. © Lehtikuva/AP

Von Thomas Eßer und Patrick Reichardt

Ruka. Karl Geiger schwenkte jubelnd die Faust, Markus Eisenbichler brüllte seine Freude in die Kamera: Die deutschen Top-Skispringer haben bei schwierigen Bedingungen in der Kältekammer von Ruka erneut ihre Ausnahmeklasse gezeigt. Geiger als Zweiter und der drittplatzierte Eisenbichler bescherten dem deutschen Team erstmals in diesem Winter gleich zwei Podestränge.

Anzeige
Die Highlights des neuen BMW 2er Coupé
Die Highlights des neuen BMW 2er Coupé

Kraftvolle Formen treffen auf sportliche Dynamik: Diese Verbesserungen bietet BMW zum Vorgänger. Jetzt bei Autohaus Ruffert persönlichen Beratungstermin vereinbaren.

Nur der slowenische Sieger Anze Lanisek war am Sonntag besser. Nach vier Wettbewerben zum Start in die Olympia-Saison stehen fünf Podiumsränge für das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher zu Buche - eine starke Bilanz.

„Das war echt mega cool - speziell der zweite Sprung“, sagte Geiger im ZDF. „Ich freue mich riesig.“ Der 28 Jahre alte Oberstdorfer sprang auf 138 und 142,5 Meter und baute seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Eisenbichler landete im verschneiten Finnland nach 145 und 135,5 Metern.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte er. Nach seinem ersten Sprung hatte der emotionale Eisenbichler seinen Zeigefinger nach oben gereckt und seinen weiten Satz mit einem lauten „Yes!“, kommentiert. Nach seinem zweiten Versuch ärgerte er sich zunächst, lächelte dann aber wieder.

Kobayashi muss nach Corona-Infektion in Quarantäne

Gleich zwei große Konkurrenten der beiden deutschen Flugkünstler verpassten den Wettkampf: Der Vortagessieger aus Japan, Ryoyu Kobayashi, durfte wegen eines positiven Corona-Tests nicht antreten. Der Norweger Halvor Egner Granerud qualifizierte sich nicht.

Eisenbichler und Geiger ließen sich weder von diesen Nachrichten noch von der großen Kälte mit Temperaturen um die minus 20 Grad Celsius aus dem Konzept bringen. Die beiden Bayern sind im an Höhepunkten so reichen Winter mit Vierschanzentournee, olympischen Winterspielen und Skiflug-Weltmeisterschaft in beeindruckender Frühform.

Während die deutschen Top-Skispringer sportlich voll auf der Höhe sind und mit ihrem Saisonstart begeistern, zieht sich eine Problematik trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Impfungen wie befürchtet auch in diesen Winter. I

In welchem Ausmaß das Coronavirus die Wettbewerbe beeinflussen kann, zeigte sich am Sonntag. Kobayashi, der am Sonnabend vor Lanisek und Eisenbichler gewonnen hatte, musste in Quarantäne. Der Vierschanzentourneesieger von 2019 hatte tags zuvor einen Fabelflug auf 143 Meter gezeigt und wurde auf dem besten Weg zu alter Form und Konstanz nun jäh gestoppt. Aus dem deutschen Team war zuletzt Co-Trainer Andreas Wank positiv getestet worden.

Deutschen Skispringer seien vollständig geimpft

Weiterführende Artikel

Die unterschiedlichen Welten der Skisprung-Geschwister

Die unterschiedlichen Welten der Skisprung-Geschwister

Selina Freitag erlebt gerade ein Hoch, ihr bekannter Bruder eine Krise. Doch die Skispringerin kann Richard Freitag nicht helfen. Wer die 20-Jährige unterstützt.

Der Absturz von Skispringer Freitag und was er dazu sagt

Der Absturz von Skispringer Freitag und was er dazu sagt

Die nächste Enttäuschung für Skispringer Richard Freitag: Platz 17 bei der deutschen Meisterschaft. Jetzt spricht er über seine Formkrise und ein mögliches Karriereende.

Darum ist für Skispringer Freitag kein Platz mehr

Darum ist für Skispringer Freitag kein Platz mehr

Ex-Weltmeister Richard Freitag springt seiner einstigen Form weiter hinterher. Die Chancen auf Olympia sind gering. Was der Bundestrainer dazu sagt.

Der Kalte Krieg auf der Skisprungschanze

Der Kalte Krieg auf der Skisprungschanze

Claus Tuchscherer nutzte Olympia 1976 zur Flucht aus der DDR und galt seitdem als „Sportverräter“. Bei der WM zwei Jahre später löste sich dann seine Skibindung.

Die deutschen Athleten, die nach Auskunft von Bundestrainer Stefan Horngacher längst vollständig geimpft sind, blieben zuletzt von Covid-19-Erkrankungen verschont. Zum Abschluss des Ruka-Wochenendes holten auch Stephan Leyhe als Neunter, Olympiasieger Andreas Wellinger als Zehnter und Constantin Schmid auf Rang 24 noch Weltcup-Punkte. „So können wir jetzt weitermachen“, sagte Horngacher, der im TV-Interview vor Kälte zitterte. „So gehen wir zum nächsten Weltcup.“

Wie tückisch die Schanze in der finnischen Winterlandschaft sein kann, zeigte sich beim Gesamtweltcupsieger des Vorjahres: Granerud scheiterte gleich zweimal bereits in der Qualifikation. (dpa)

Mehr zum Thema Sport