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Sorbische Fußballer so gut wie nie

Bei der 4. Europeada in Kärnten unterliegt das Team um Kapitän Denny Krahl den Gastgebern 0:1 und reist mit Bronze nach Hause. Südtirol siegt zum vierten Mal.

Von Jürgen Schwarz
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Im Halbfinale warteten die Gastgeber, die Kärntner Slowenen, auf die Sorben und sorgten für eine beeindruckende Kulisse im Koschutastadion in Zell. Hier präsentiert sich das Team des Trainerduos Frank Rietschel/Sven Ballak den Fans auf der Tribüne.
Im Halbfinale warteten die Gastgeber, die Kärntner Slowenen, auf die Sorben und sorgten für eine beeindruckende Kulisse im Koschutastadion in Zell. Hier präsentiert sich das Team des Trainerduos Frank Rietschel/Sven Ballak den Fans auf der Tribüne. © Jörg Stephan

Zell. Die sorbische Fußball-Auswahl, trainiert von Frank Rietschel und Sven Ballak, hat bei der 4. Europeada in Kärnten einen hervorragenden dritten Platz belegt. Es war das bisher beste Abschneiden bei der Europameisterschaft der nationalen Minderheiten. Insgesamt fünf Spiele über jeweils 90 Minuten standen in den sechs Tagen an. Der Gesamtsieg ging zum vierten Mal in Folge an die Südtiroler, die im Endspiel gegen die Kärntner Slowenen mit 1:0 die Oberhand behielten.

Gespielt wurde in 13 Städten und Dörfern, organisiert wurde die Europeada von der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) in Partnerschaft mit der UEFA. Die Sorben hatte sich nach dem Gruppensieg (zwei Siege, ein Remis) im Viertelfinale gegen die Kroaten in Serbien mit 3:1 (1:1) durchgesetzt.

Als dreifacher Torschütze in St. Michael zeichnete sich der 29 Jahre alte Christian Rinza aus. Ein ausgewiesener Torjäger, der sonst für die SG Brisen/Dissen in der Kreisoberliga Niederlausitz am Ball ist und in der abgelaufenen Saison mit 28 Treffern der mit Abstand erfolgreichste Spieler dieser Liga war. Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dr. Dietmar Woidke und Michael Kretschmer, hatten der Mannschaft vor dem Viertelfinale in einer Videobotschaft ihre besten Wünsche übermittelt.

Trainer Rietschel vom Schiri enttäuscht

Im Halbfinale warteten die Gastgeber, die Kärntner Slowenen, auf die Sorben und sorgten für eine beeindruckende Kulisse im Koschutastadion in Zell. Der Ort mit einem Anteil von knapp 90 Prozent slowenischer Einwohner ist der einzige in Kärnten, in dem die Slowenen die Mehrheitsbevölkerung bilden. Vor dem Anpfiff hatten die SG Dynamo Dresden, der FC Energie Cottbus, RB Leipzig und der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch die besten Wünsche mit Videobotschaften übermittelt.

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Es wurde eine Partie auf Augenhöhe, die die Gastgeber durch einen Treffer von Florian Verdel (62.) mit 1:0 gewannen. Trainer Rietschel hatte eine starke Defensivleistung seiner Jungs, „aber leider auch eine sehr schwache Leistung des sogenannten Unparteiischen gesehen“. So stellte der einheimische Schiedsrichter in der 53. Minute Felix Rehor vom Platz.

Am Ende dennoch ein großer Erfolg für die sorbische Mannschaft um Kapitän Denny Krahl, der jetzt beim Landesligisten Radebeuler BC unter Vertrag steht. Der in Räckelwitz bei Kamenz geborene Linksverteidiger spielte bereits seine dritte Europeada, war in der Regionalliga unter anderem für Budissa Bautzen und den FC Oberlausitz Neugersdorf aktiv. Im Kader der Sorben standen zehn Spieler aus der Niederlausitz und 14 aus der Oberlausitz. Auch Patrick Wocko vom SV Einheit Kamenz war für die Sorben am Ball.