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Sporthallen-Zukunft in der Schwebe

Großröhrsdorf plant aber schon Geld für einen Neubau in der Stadt.

© René Plaul

Von Reiner Hanke

Großröhrsdorf. Die Engpässe bei Sporthallen im Röder- und Pulsnitztal beschäftigen schon längere Zeit Sportler und Politiker. In Pulsnitz wird über die Zukunft der Sportstätte Kante diskutiert. In Großröhrsdorf schon längere Zeit über die Sanierung der alten Turnhalle im Schulzentrum an der Melanchthonstraße. Aber auch ein Neubau wird erwogen. Denn Hallenzeiten sind knapp.

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Aufhorchen lässt jetzt ein Passus im aktuellen Etat der Stadt Großröhrsdorf. Die hat in der vorausschauenden Planung das Thema Sporthalle fest in den Blick genommen. So fällt in dem Planwerk für 2019 eine Summe von 50 000 Euro auf. Die sind nicht für die Sanierung der alten Halle gedacht, die leer vor sich hin dümpelt. Sondern für einen Neubau. Mit dem Geld sollen Planungskosten gedeckt werden.

Die Stadt habe die Summe veranschlagt, um finanziell vorzusorgen, damit die Sporthalle auf den Weg gebracht werden kann, erklärt Bürgermeisterin Kerstin Ternes. Die Notwendigkeit liege auf der Hand. Die Jahn-Turnhalle sei über 100 Jahre alt. Großröhrsdorf habe keine eigene moderne Sporthalle. Und die Dreifeldhalle des Landkreises im Schulzentrum sei ausgebucht. Das Projekt sei nicht heute oder morgen zu finanzieren, schätzt die Rathauschefin ein. Das ist ohnehin nur mit Fördermitteln möglich. „Aber wir müssen es ja angehen“, sagt Bürgermeisterin Kerstin Ternes. Die Stadt hoffe, dass bis dahin dann auch klar ist, ob der Kreis ein solches Vorhaben unterstützen würde.

Dem gehört die alte Sporthalle auf dem Gelände des Schulzentrums und war zwischenzeitlich Notunterkunft für Flüchtlinge. Seitdem ist sie ungenutzt. Eine Übernahme durch die Stadt wäre möglich. Die schien vor etlichen Jahren vielleicht auch noch attraktiv. Inzwischen nicht mehr. So handele es sich bei dem Altbau um eine Einfeldhalle.

Großröhrsdorf will größere Halle

Es sei aber der Bedarf für eine größere, eine Zweifeldhalle ermittelt worden. Sowohl für den Vereinssport als auch den Sport der Schulen des Kreises. Bei Sanierungskosten von Planern auf etwa eine Million Euro geschätzt sei eine Sanierung auch nicht wirtschaftlich, so Kerstin Ternes. Es müssten ja die heute geforderten Standards für den Schul- und Vereinssport erfüllt werden. Die seien hoch. Dazu gehören Auflagen beim Unfall- und Brandschutz, die zu erfüllen sind. Auch durch die Umbauten zur Notunterkunft für Flüchtlinge haben sich die Voraussetzungen verändert. Beim Dach müsse zudem Asbestbelastung mit in Betracht gezogen werden. Der Kreis hatte vor ein paar Jahren sogar schon 230 000 Euro für den Abriss der alten Halle eingeplant. Diesen dann aber auf Eis gelegt.

Der Großröhrsdorfer Rat beschloss den aktuellen Haushalt Ende April mit der Planungssumme für eine neue Halle. Für den Bau selbst habe noch kein Geld eingestellt werden können, da sowohl die Förderung als auch die Finanzierung insgesamt noch zu klären sei. Ist das ein deutliches Zeichen Richtung Neubau? Ein Zeichen schon, aber kein Beschluss. So gebe es auch eine Fraktion, die lieber den Weg der kleinen Schritte mit der alten Halle gehen würde. Es brauchte ja erst einmal nur das Nötigste saniert werden, nach Kassenlage.

Kerstin Ternes ist sich aber sicher, dass das nicht funktioniert. Selbst, um den Vereinssport zu ermöglichen, müsste erheblich investiert werden, vom Schulsport gar nicht zu reden. Unterdessen bekräftigte der Landkreis gegenüber der SZ, dass sein Angebot gegenüber der Stadt nach wie vor stehe, die Halle zu übernehmen. Eine Antwort der Stadt liege noch nicht vor. „Es gibt dazu noch keinen Beschluss“, bestätigt Kerstin Ternes, „Wir müssen das noch diskutieren.“ Aus dem Landratsamt heißt es jetzt: „Der ,Ball‘ liegt also bei den Kollegen der städtischen Verwaltung vor Ort.“