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Sporthallenbau in Schieritz beginnt

Im Dezember wird es nun endlich den ersten Spatenstich geben. Für manche kommt der Bau aber schon zu spät.

© Claudia Hübschmann

Von Jürgen Müller

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Diera-Zehren. Lange, sehr lange, hat es gedauert, doch nun ist es endlich soweit. Am 7. Dezember um 14 Uhr wird es den von vielen Freizeitsportlern ersehnten ersten Spatenstrich für die Sporthalle in Schieritz geben. Das teilt die Gemeindeverwaltung mit. Allerdings ist es wohl erst einmal nicht viel mehr als ein symbolischer Akt. Wegen der Jahreszeit wird wohl in diesem Jahr bauseitig nicht mehr viel passieren. Wann die Halle fertig sein wird, steht noch nicht fest. Bisher war immer von einem Jahr Bauzeit die Rede. „Das ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben“, sagt Bürgermeisterin Carola Balk (parteilos). Nach ihrer Einschätzung dürfte mit einer Fertigstellung wohl erst im Frühjahr 2020 zu rechnen sein.

Die Einfeldsporthalle in Schieritz ist ein Ersatzbau für die ehemalige Schulsporthalle in Zehren und die Kegelbahn in Niederlommatzsch. Beide Anlagen waren bei den Elbehochwassern 2002 und 2013 schwer beschädigt worden. Weil bei möglichen weiteren Hochwassern erneut Überschwemmung droht, wurde entschieden, die Halle und die Kegelanlage nicht mehr aufzubauen. Stattdessen sollte an einem hochwassersicheren Standort eine neue Halle gebaut werden. Es war die Entscheidung der Bürger und Freizeitsportlicher, dass diese Halle in Schieritz entstehen soll. Andere mögliche Standorte wie Obermuschütz und Naundorf wurden abgelehnt.

Entstehen soll eine 400 Quadratmeter große Einfeldhalle. Sie wird damit deutlich kleiner als die Zehrener, die eine Größe von rund 600 Quadratmetern hatte. Für bestimmte Sportarten wie Fußball ist sie damit nicht geeignet. In der Halle selbst können Sportarten wie Handball, Volleyball oder Badminton gespielt werden. Für Handball ist allerdings nur Trainingsbetrieb in der sieben Meter hohen Halle möglich. Neben Toiletten, Umkleideräumen für 22 Personen und Nasszellen entsteht auch ein Seminarraum. In die Halle soll außerdem eine Kegelbahn integriert werden.

Die aus Polycarbonat bestehende Fassade soll vor Blendungen beim Sportbetrieb schützen. Neben den Pkw-Stellflächen entstehen auch Fahrrad-Stellplätze. Ein Ballfangzaun schützt angrenzende Einfamilienhäuser.

Die Kosten wurden anfangs auf rund 2,7 Millionen Euro geschätzt. Inzwischen sind sie auf voraussichtlich 3,2 Millionen Euro brutto gestiegen. Das war auch ein Grund für die Verzögerung. Denn es mussten zusätzliche Fördermittel beantragt werden. Diese wurden nun bewilligt. Finanziert wird das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Hochwasserprogramm von Bund und Freistaat Sachsen und aus Spenden der Arche-Noah-Initiative für Menschen in Not, des Arbeiter-Samariter-Bundes Sachsen und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Gemeinde muss einen Eigenanteil zahlen. Unumstritten ist der Bau in der Gemeinde nicht, und das nicht nur wegen der hohen Kosten. Anwohner in Schieritz fürchten Lärm, außerdem reichten die Parkplätze rund um die Halle nicht aus. Ihre Grundstückseinfahrten würden jetzt schon bei Fußballspielen auf dem nahen Sportplatz zugeparkt, argumentieren sie.

Ute Döring von der Gymnastikgruppe „Montagssportmädels“ hingegen ist erfreut: „Endlich geht es los, wir haben ja lange genug um die Halle gekämpft“, sagt sie. Die Gruppe trainiert derzeit im Kindergarten Zehren, platzt aus allen Nähten. „Wir haben jetzt 40 Mitglieder, können niemanden mehr aufnehmen. Wir brauchen die Halle dringend“, so Ute Döring. Für andere kommt der Bau zu spät. Die Zehrener Alte-Herren-Fußballmannschaft hat sich wegen fehlender Trainingsmöglichkeiten aufgelöst.