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Sportliche Eröffnung der Kulturstätte

Bad Schandau hat seinen Saal, die Grundschule seine Sporthalle wieder: Das wurde mit einem alten Bekannten gefeiert.

© Marko Förster

Von Heike Sabel

Bad Schandau. Das Dach der Kulturstätte und Adi haben Thomas Kunack seit seinem ersten Tag als Schandauer Bürgermeister begleitet. Im August begann der Einbau der neuen Dachkonstruktion in dem Gebäude. Im gleichen Monat gab Kunack das erste Mal den Startschuss zum Schandauer Lauf innerhalb der Panoramatour, der von Adi moderiert wurde. Kunack und viele Eltern der heutigen Grundschüler kennen Adi noch. Das war der, der sonntags vormittags im Fernsehen zu „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“ aufrief. Kunack und Adi, mit richtigem Namen Gerhard Adolph, kamen ins Gespräch und so entstand die Idee, die Kulturstätte mit ihm und seinem sportlichen Wettbewerb zu eröffnen.

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Am Sonnabend war es soweit. Die benachbarte Grundschule nutzt den großen Saal schon seit 4. Januar wieder für den Sportunterricht, der während der Sperrung und Bauzeit nach Prossen verlagert wurde, wofür die Stadt die Busfahrten finanzierte. Die Arbeitsgemeinschaft Akrobatik fiel aus und kann nun wieder stattfinden. Das freut auch Sandra Rölke. Mit ihrem Bruder Marco und ihren Eltern gehört sie zur roten Mannschaft.

Die Rölkes sind mit den Bergmanns und den Sauers die drei sportlichen Familien, die mitmachen. Rölkes Mannschaft hat am Ende zwar nicht gewonnen – sondern die blaue mit den Bergmanns – aber auch nicht verloren. Erstklässer Marco fragte gleich am Anfang nach dem Putzlappenlauf. Tatsächlich war der einer der Wettbewerbe. Weil Marco in der Mannschaft der Leichteste war, zogen ihn die Eltern in einer alten Decke rasant übers Parkett. Adi hat’s noch immer drauf. Er wird dieses Jahr 80, tourt noch immer durch die Gegend, animiert zum Sportmachen und lacht auch über sich – und den dünnen Kaffee. Zwei Maschinen versagten ihren Dienst, aus der dritten kam nachtschwarzer Kaffee.

Kunack brachte einen Korb Müsli-Riegel mit, bei denen Sportler gern zugreifen. Eltern unterstützten ihre Kinder, fanden die Kulturstätte „schick gemacht“, erinnerten sich bei Adi ein bisschen an ihre eigene Kindheit: „Wie früher, nur live und in Farbe.“ Bis 1991 war Adi mit seiner Sendung immerhin 333-mal zu sehen und auch in Bad Schandau und Heidenau zu Gast, 2002 zum Schandauer Schuljubiläum.

Nun also wurde die Wiedereröffnung der Kulturstätte gefeiert. Sie musste saniert werden, weil das Dach einsturzgefährdet war. Im Herbst 2012 wurden Risse in der Decke erkannt, ein Ingenieurbüro hatte teilweise gravierende Mängel an der 1960 errichteten Konstruktion festgestellt. 2013 wurde eine zusätzliche Stützkonstruktion aus Holz eingebaut. Für Kulturveranstaltungen war der Saal damit zwar wieder nutzbar, für den Sportunterricht der Grundschule jedoch nur eingeschränkt. „Das Ergebnis kann sich jetzt sehen lassen“, sagte Kunack. Schulleiterin Cornelia Thalmann war nicht nur Adis Toningenieurin, sondern nahm ihm für ein paar Minuten auch das Mikrofon ab.

Michael Bartsch ist Vater und Bauingenieur aus Freiberg. Er hat einiges für Schandau gesponsert – jetzt für die Kulturstätte ist nicht das erste Mal. Adi fand er toll. Vielleicht lädt er ihn ja mal in die Freiberger Schule seiner Tochter ein. Adi würde es freuen. Seine Botschaft ist geblieben: Sport hält fit. Er lebt das – und die Schandauer Grundschüler können es nun wieder in ihrer Halle. Die bunte Deckenbeleuchtung erinnerte daran, dass hier auch wieder Fasching gefeiert wird.