Merken

Sprache bleibt größte Hürde

Jetzt gibt es endlich auch offizielle Deutschlehrgänge. Das haben sich die Asylsuchenden schon lange gewünscht.

Teilen
Folgen
© Claudia Hübschmann

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Seit vergangenem Jahr leben in Hartha fünf asylsuchende Familien. Eine afghanische Familie hat Ende des vergangenen Jahres ein Mädchen bekommen und zählt nun vier Kinder. „Wir haben den Eindruck, dass sich die Familien gut eingelebt haben. Im Alltag gibt es auch immer mal wieder Dinge, die etwas Stress machen. Doch die werden gelöst“, sagte Pfarrerin Susann Willig.

Sie hatte im vergangenen Jahr die Fäden des sogenannten Koordinationskreis zusammengehalten. Künftig soll diese Aufgabe ein Koordinator, der vom Landratsamt eingesetzt wird, übernehmen. „Die Koordinatoren sollen Anfang Februar ihre Arbeit aufnehmen. Derzeit laufen noch die Bewerbungsgespräche. Nach Abschluss und Einstellung der Mitarbeiter werden die Kommunen über die konkreten Ansprechpartner informiert“, so Lisa-Maria Schöne vom Landratsamt Mittelsachsen.

Während die Kinder, die die Klassen besuchen, in denen Deutsch als Zweitsprache vermittelt wird, über recht gute Sprachkenntnisse verfügen, hatten die Eltern ihre Probleme. Die offiziellen Deutschkurse haben erst im Dezember begonnen. „Davor und auch jetzt noch bringen ihnen Ehrenamtliche ein- bis zweimal wöchentlich die Sprache näher. „Dabei kann es nur darum gehen, Wörter zu lernen, die für das Meistern des Alltags benötigt werden“, sagte Pfarrerin Susanne Willig.

Eine Anfrage, warum die in Hartha wohnenden Flüchtlinge nicht in Deutschkurse integriert werden, wurde vom Landratsamt nicht beantwortet. Bereits im Februar wollten die afghanischen Männer wissen, wann sie endlich die deutsche Sprache lernen dürfen. Sie seien nicht nach Deutschland gekommen, um herumzusitzen. Sie wollen Deutsch lernen, um sich einbringen und arbeiten zu können. Das haben sie bereits bei Arbeitseinsätzen und bei Arbeiten auf dem Friedhof gezeigt.

Organisiert wurde auch ein gemeinsames Kochen an der Oberschule. „Viele Harthaer haben die Familien unterstützt und für sie Dinge zur Verfügung gestellt. Wichtig ist, dass die Asylsuchenden den Alltag meistern können“, so Susann Willig. Es würden noch immer interessierte Bürger gesucht, die sich im Helferkreis engagieren. Eine gute Zusammenarbeit gebe es auch mit der Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung Freiberg mbH (GSQ), so Pfarrerin Willig.