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Weißwasser

Sprechchöre für den Torwart

Mit 4:1 besiegen die Lausitzer Füchse die Roten Teufel. Am Sonntag ist der Gegner der gleiche, der Goalie nicht.

Viel Action vor dem Bad Nauheimer Tor: Jordan George (vorn) behauptet die Scheibe, rechts wartet Robert Farmer auf den Pass, während Clarke Breitkreuz sich im Positionskampf seines Gegners erwehrt.
Viel Action vor dem Bad Nauheimer Tor: Jordan George (vorn) behauptet die Scheibe, rechts wartet Robert Farmer auf den Pass, während Clarke Breitkreuz sich im Positionskampf seines Gegners erwehrt. © Gunnar Schulze

Das war ein ganz wichtiger Sieg. Mit 4:1 (2:1, 1:0, 1:0) haben die Lausitzer Füchse am Freitagabend den EC Bad Nauheim geschlagen. Damit gelangen im dritten Anlauf in dieser Saison die ersten Punkte gegen die Roten Teufel. Durch die Niederlage der Dresdner Eislöwen in Bayreuth sind die Weißwasseraner wieder auf einen Punkt an den heißbegehrten zehnten Platz herangerückt. Nach wie vor stehen die Füchse aber auf Platz elf – was die Teilnahme an der Abstiegsrunde bedeuten würde.

Die schwierige Tabellensituation sah man den Füchsen in den Auftaktsekunden des Spiels an. Sie begannen nervös, drei Schüsse musste Marvin Cüpper in der ersten Minute halten. Der 25-jährige Goalie machte für diese Saison aller Voraussicht nach sein letztes Spiel für Weißwasser. Am Sonnabend geht es für ihn nach Berlin, wo er für den Rest der Spielzeit als Nummer drei hinter Sebastian Dahm und Justin Pogge gebraucht wird. Als Backup für das Füchsetor wird der Tscheche Miroslav Hanuljak vom Slowakischen Club HK Mitra gehandelt. Nach dem etwas wackeligen Anfang der Füchse fing sich Bad Nauheim die erste von insgesamt vier Strafen im ersten Drittel ein. Daraus machten sie noch nichts, waren aber danach im Spiel angekommen und die aktivere Mannschaft. Nach zehn Minuten folgte die Belohnung: Schnell wurde die Scheibe nach rechts zu Brad Ross verlagert, der bekam die Scheibe zunächst nicht kontrolliert, Jordan George setzte nach und spielte sie von hinter dem Tor kurz auf Ross, der noch in Position lauerte. Der Direktschuss des Deutsch-Kanadiers schlug im kurzen Eck ein. Das Muster der schnellen Verlagerung probierten die Füchse immer wieder, auch das 2:0 fiel nach einem flinken Querpass. In doppelter Überzahl – die Schiedsrichter agierten sehr konsequent – bediente Mike Hammond seinen Sturmkollegen George, der die Scheibe nicht voll erwischte und Felix Bick wohl unfreiwillig mit einem Lupfer überwand.

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Hammond war genau wie Robert Farmer von den Länderspielen mit England zurückgekehrt. Für das Duo von der Insel räumten Goalie Mac Carruth und Luke Nogard als überzählige Ausländer das Feld.

Durch die vielen Strafen hatten die Spieler der dritten Reihe wenig Eiszeit und wohl noch nicht ihren Rhythmus gefunden, als der Anschlusstreffer fiel. So kam es, dass sich Steve Slaton recht einfach über links durchsetzen konnte und frei vor Cüpper auftauchte. Mit einem Rückhandschuss ins kurze Eck ließ er auch den Lausitzer Schlussmann alt aussehen.

Das Spiel auf Messers Schneide

Weißwasser lief nach dem unnötigen Gegentor etwas hinterher, handelte sich seinerseits Strafen ein und hätte sich im zerfahrenen Mittelabschnitt über den Ausgleich nicht beschweren dürfen. Die Gäste hatten viele Räume, nach 25 Minuten hatte Tyler Fiddler eine Riesenchance vor Cüpper, aber der Füchse-Schlussmann machte sich ganz groß und ließ die Scheibe nicht vorbei. Trotzdem – Top-Teams machen solche Gelegenheiten rein, genau wie die Überzahlchancen als erst Robert Farmer, dann Oliver Granz und schließlich Jakub Kania in die Kühlbox mussten.

Zwischenzeitlich wussten die Füchsefans, bei wem sie sich zu bedanken hatten und feierten Marvon Cüpper mit Sprechchören. Er war zur Stelle, als Ondrej Pozivil die Scheibe verlor und ein Roter Teufel ganz frei vor ihm zur Direktabnahme kam. Auch gegen Simon Gnyp machte er in einer ähnlich gefährlichen Situation alles richtig und intuitiv den Schussweg zu. Auf der anderen Seite hatte Farmer eine gute Gelegenheit, als er sich gegen den Pass auf Joel Keussen entschied und es allein probierte, aber zu harmlos genau in Bicks Fanghandschuh.

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Es war eine leidenschaftliche Abwehrschlacht, in die hinein Kale Kerbashian das befreiende 3:1 erzielte. Hier hatte die Bad Nauheimer Defensive einen Blackout, Georges Pass und Kerbashians Abschluss gingen auch für Bick zu schnell. Tatsächlich verfehlte das Tor seine Wirkung auf die Moral der Gäste nicht, und nach 44 Minute war der Deckel auf der Partie. Drei Schussversuchte brauchte es, aber das spielten Murphy, Hammond und Kerbashian auch gut. Murphy arbeitete die Scheibe schließlich ins Netz. Dann war noch einmal Cüpper gefordert, gegen Zach Hamill parierte er glänzend mit dem linken Schoner. Die Teufel blieben kreuzgefährlich, ein Tor gelang ihnen aber nicht mehr.

Am Sonntag treffen beide Teams erneut aufeinander, dann in Bad Nauheim. Auch wenn Cüpper nicht mehr da sein wird, haben die Füchse immer noch Mac Carruth – und alle Chance auf weitere Punkte.

Mitarbeit: Thomas Wagner