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Sprüche klopfen ist fehl am Platz

Die Schmiedewerke wollen Staub, Lärm und Gerüche verringern. Von einer Maßnahme verspricht sich das Unternehmen besonders viel – Eric Weser über die Kritik an der Anwohnerkritik.

© Sebastian Schultz

Jammern auf höchstem Niveau“, „Es ist nun mal ein Stahlwerk und keine Schokoladenfabrik“, „So ein Aufstand“. – Die Anwohnerkritik an den Gröditzer Schmiedewerken, sie wird von einigen Kommentatoren ins Persönliche gezogen und als lächerlich abgetan. Das ist die einfachste Methode, um sich nicht mit der Sache auseinandersetzen zu müssen. Gut, dass man auf der Leitungsebene der Schmiedewerke einen anderen Weg geht. Die Verantwortlichen haben die Anwohner ernstgenommen, sie eingeladen und versucht, offene Fragen zu klären. Sie haben eingestanden, dass es Probleme gibt und dass man sie lösen will. Mehr noch: Die Verantwortlichen haben aufgezeigt, wie das konkret funktionieren soll. Das Werk hätte auch blockieren können. Dass es sich stattdessen bewegt, kommt bei den Kritikern gut an. Vielleicht hat diese Bereitschaft des Werks auch etwas damit zu tun, dass die Anwohner ihre Kritik ohne Polemik und Schaum vorm Mund formuliert haben. Überhaupt zeugt der Umgang beider Seiten beim Treffen vorige Woche von gegenseitiger Achtung. Weil die Anwohner ihrerseits natürlich wissen, wie wichtig der größte Arbeitgeber für die Stadt ist. Und weil das Werk seinerseits ein Interesse daran hat, es sich mit den Nachbarn nicht zu verscherzen. Von diesem gegenseitigen Respekt können sich die Sprücheklopfer an der Seitenlinie ruhig ein Stück abschneiden.

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