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Sri Lankas Armee tötet Führer der „Befreiungstiger“

Mit der Einnahme der Rebellenstellungen gehtder Bürgerkrieg zu Ende.

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Von Bharatha Mallawarachi

Der Führer der tamilischen Rebellen in Sri Lanka ist nach Angaben der Regierung getötet worden. Der Leichnam von Rebellenführer Velupillai Prabhakaran soll nun eindeutig identifiziert werden. Das staatliche Fernsehen unterbrach für die Bekanntgabe der Nachricht das Programm, das Informationsministerium verschickte Kurzmitteilungen im ganzen Land. Die Streitkräfte nahmen unterdessen die letzten Rebellenstellungen im Nordosten der Insel ein.

Aus Regierungskreisen verlautete, Prabhakaran und zwei seiner Stellvertreter, Soosai und Pottu Amman, seien bei einem Raketenangriff auf einen gepanzerten Kleinbus ums Leben gekommen. Damit endet der seit fast drei Jahrzehnten andauernde, und oft mit terroristischen Mitteln geführte Kampf Prabhakarans und seiner Truppe der „Befreiungstiger“ für die Rechte der tamilischen Minderheit. Er kostete seit 1983 rund 70000 Menschen das Leben.

Reisewarnung bleibt

Die Angaben zu Prabhakarans Tod konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden, da die Regierung Journalisten und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen den Zugang zur Kriegszone untersagt hat. Das Ergreifen des Rebellenführers – tot oder lebendig – galt für die Regierung als entscheidend. Wenn er entkommen wäre, hätte er mit finanzieller Unterstützung im Ausland lebender Tamilen den Guerilla-Krieg wieder aufleben lassen können.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt trotz des fomellen Kriegsendes ausdrücklich vor Reisen außerhalb der üblichen Urlaubs- und Badeziele an der Küste im Südwesten und Süden sowie im südlichen Landesinnern. (AP)