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Balkanroute: Lücken bald geschlossen

Ein Jahr nach dem Schließen der Route sind die Anrainer weitgehend zufrieden. Aber trotz der Grenzsicherung kommen noch Flüchtlinge. Das soll bald anders sein.

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© dpa

Wien. Die illegale Zuwanderung von Flüchtlingen über die Balkanroute nach Mitteleuropa soll schwerer denn je werden.

Die Staaten entlang der Strecke haben am Mittwoch in Wien beschlossen, bis April einen Sicherheitsplan für den Fall eines neuerlichen Zustroms vorzubereiten. Damit sollen letzte Lücken auf dem Weg von Griechenland nach Österreich und Deutschland geschlossen werden.

Dies sei ein klares Signal an die Schlepper, sagte Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). „Es gibt kein illegales Kommen nach Europa.“ Die Vorbereitungen würden vor allem für den Fall getroffen, dass der EU-Türkei-Deal zum Abfangen der meisten Migranten vonseiten der Türkei aufgelöst werden sollte, hieß es.

Trotz der Schließung der Balkanroute vor einem Jahr gebe es Nachbesserungsbedarf. „Die Situation ist derzeit nicht so, wie wir uns das vorstellen würden, sagte Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). Im Januar seien in Österreich 1 000 bis 1 500 Asylanträge von Migranten gestellt worden, die wohl über diesen Weg gekommen seien. Experten aus allen beteiligten Ländern sollen nun bis zum Frühjahr alle möglichen gemeinsamen Maßnahmen zum Grenzschutz ausloten und dabei auch Ausweichrouten der Schlepper berücksichtigen.

Mit Blick auf die momentan von den Flüchtlingen meist benutzte Mittelmeerroute betonte Sobtoka, dass Österreich die Grenze zu Italien am Brenner schließen werde, sollte das Nachbarland mit dem Flüchtlingsandrang nicht mehr fertig werden.

An der Konferenz nahmen unter anderem Vertreter aus den Ländern der Zentraleuropäischen Verteidigungskooperation (CEDC) teil. Auch Griechenland sowie Ungarn, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Bulgarien waren vertreten. So wie die Visegrad-Gruppe verfolgt die CEDC eine gemeinsame Sicherheitspolitik der beteiligten Länder unterhalb der Nato- und EU-Ebene. (dpa)