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Pirna

36 exotische Vögel beschlagnahmt

Die Staatsanwaltschaft hat einem Bauunternehmer aus der Sächsischen Schweiz Papageien und Kakadus abgenommen.

Mehr als 30 hochwertige Kakadus und Papageien hat der Staatsanwalt sicherstellen lassen.
Mehr als 30 hochwertige Kakadus und Papageien hat der Staatsanwalt sicherstellen lassen. © Staatsanwaltschaft Dresden

Insgesamt 36 Papageien und Kakadus suchen einen neuen Besitzer. Die Tiere gehörten bis vor Kurzem einem Bauunternehmer aus der Sächsischen Schweiz. Am Dienstag vergangener Woche hat die Staatsanwaltschaft Dresden die wertvollen Vögel und weitere Vermögenswerte sichergestellt. Der 44-jährige Unternehmer soll seine Kunden um mehr als 400.000 Euro betrogen haben. Er sitzt deswegen in Untersuchungshaft.

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Als Geschäftsführer einer Bau-GmbH habe der Mann mindestens vier Bauherren und einen Immobilienkäufer um ihr Geld gebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug, Bankrott und Insolvenzverschleppung vor. Die Masche: Der 44-Jährige schloss mit den Interessenten Verträge über den Bau oder die Sanierung von Immobilien und trat gleichzeitig als Vermittler für die Finanzierung auf. An den Häusern passierte dann aber so gut wie nichts, die ausgezahlten Kredite wanderten in die eigene Tasche des Firmenchefs – insgesamt reichlich 414.000 Euro.

Dies sei von Anfang an der Plan des Beschuldigten gewesen, meint die Staatsanwaltschaft. Offizieller Firmensitz war Berlin, tatsächlich war der Unternehmer aber vorrangig in der Sächsischen Schweiz aktiv. Einen genauen Ort nannten die Behörden nicht. Ein Teil der Geschädigten soll aus Dresden stammen.

Damit geprellte Kunden wenigstens einen Teil ihres Gelds wiedersehen, rückten die Behörden am 1. Oktober bei dem Beschuldigten zu Hause an. Dort holten sie die 36 Kakadus und Papageien aus den Volieren. Neben der Polizei und dem Umweltamt waren unter anderem ein Papageienexperte und ein Zoofachmann vor Ort, um den schonenden und artgerechten Abtransport der Tiere zu gewährleisten.

Der Bauunternehmer und Immobilienhändler habe alle Regeln für die Haltung der Tiere eingehalten, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt von der Staatsanwaltschaft Dresden. Die exotischen Vögel stammen alle aus einer Zucht, sind beringt und gemeldet. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz wurden nicht festgestellt.

Laut den Ermittlern sind die 36 Papageien und Kakadus insgesamt wenigstens 100 000 Euro wert. Der tatsächliche Wert dürfte noch um einiges höher sein. Laut SZ-Recherchen liegen die Preise für derartige Tiere bei mindestens 10 000 Euro, teils noch deutlich darüber. Neben den Vögeln beschlagnahmten die Ermittler das Auto des Mannes im Wert von etwa 40 000 Euro sowie etwas Bargeld. Die Tiere sollen nun rasch verkauft werden. Bis dahin seien sie artgerecht untergebracht, so die Staatsanwaltschaft. Die Behörde geht davon aus, dass sich ein guter Preis für die Exoten erzielen lässt. Bei Liebhabern seien sie äußerst gefragt, sagte Sprecher Jürgen Schmidt. Interessenten können sich bei der Behörde melden. E-Mail-Adresse: [email protected] 

Die Dresdner Staatsanwaltschaft hatte zunächst fälschlicherweise erklärt, der Bauunternehmer stamme aus Dresden. 

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