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Staatsanwalt nach Anklage gegen Regierung umgekommen

Alberto Nisman hatte am Mittwoch die Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner wegen mutmaßlicher Verschleierung im Fall eines Anschlags auf ein jüdisches Gemeindehaus angeklagt.

© dpa

Buenos Aires. Ein argentinischer Staatsanwalt, der vor wenigen Tagen Anklage gegen Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner erhoben hatte, ist unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Alberto Nisman untersuchte die Hintergründe des Attentats auf das jüdische Gemeindehaus Amia im Jahr 1994 mit 85 Toten. Er sei am Sonntagabend tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden worden, teilte das Sicherheitsministerium am Montag mit. Neben ihm seien eine Waffe vom Kaliber 22 und eine Patronenhülse gefunden worden. Die Regierung Israels bekundete „tiefe Trauer“ über Nismans Tod.

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Die ermittelnde Staatsanwaltschaft konnte noch nicht sagen, ob es sich um Selbstmord handelt oder nicht. Nismann hatte Kirchner und Außenminister Héctor Timerman Mittwoch vergangener Woche vorgeworfen, sie hätten die Vorgänge um den Anschlag vom 18. Juli 1994 verschleiern wollen. Als Drahtzieher des Attentats auf das jüdische Zentrum werden unter anderen ranghohe iranische Politiker vermutet.

Kirchner und Timerman planten laut Nisman die Verfolgung von sieben verdächtigten Iranern einzustellen, um die wirtschaftliche Beziehungen zum Iran zu verbessern. Die Regierung hatte die Anklage als „lächerlich“ bezeichnet. Der zuständige Richter sollte erst im Februar die Zulässigkeit der Anklage überprüfen. An diesem Montag hatte Sonderstaatsanwalt Nisman seine Vorwürfe im Parlament erläutern wollen.

Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emmanuel Nahshon, bezeichnete Nisman als „mutigen Juristen“ und „furchtlosen Kämpfer für die Gerechtigkeit“. Er habe mit Entschlossenheit gehandelt, um die Identität derjenigen herauszufinden, die das Attentat ausgeführt und die Angreifer geschickt hätten, sagte Nashon in Tel Aviv. Er hoffe, dass die argentinische Behörden die Arbeit Nismans fortsetzten.

Unbestätigten Medienberichten zufolge lag er am Sonntag mit einer Schusswunde in seiner Badewanne. Das Sicherheitsministerium bestätigte lediglich, dass er im Badezimmer gefunden wurde. Die Oppositionsabgeordnete Patricia Bullrich berichtete, Nisman habe ihr am vergangenen Freitag und am Samstag gesagt, dass er bedroht worden sei.

Die für den Fall zuständige Staatsanwältin Viviana Fein konnte wenige Stunden nach dem Tod ihres Kollegen noch keine Details nennen. „Ich kann keine Prognose geben“, erklärte sie lokalen Medien. Nisman sei von seiner Mutter leblos aufgefunden worden. Die Tür zu seiner Wohnung im 13. Stock sei nicht verstärkt gewesen. (dpa)

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