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Staatsbetrieb ohne eigenen Parkplatz

Auf dem Gelände der Porzellanmanufaktur können Mitarbeiter ihre Autos nicht abstellen. Ein Ausweichplatz fällt ab August weg.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

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Meißen. Ein über die Grenzen der Bundesrepublik bekannter Betrieb ist die Meißner Porzellanmanufaktur mit Sitz an der Talstraße. Trotz einiger strategisch unglücklichen Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit, steht der sächsische Staatsbetrieb für Tradition, und hohe technische sowie ästhetische Ansprüche. Ein eigenes Museum, Schauwerkstätten der Porzellan-Künstler und die Erlebniswelt Haus Meissen stehen für das Selbstverständnis der Gesellschaft.

Wenn es aber ums Thema Parken geht, sind die Mitarbeiter der Manufaktur – zumindest die, die mit dem Pkw oder Motorrad an ihren Arbeitsplatz kommen – auf sich alleine gestellt.

„Grundsätzlich nutzen die Mitarbeiter der Manufaktur die Parkplätze im öffentlichen Raum rund um die Manufaktur. Auf dem historisch gewachsenen Gelände der Manufaktur gibt es keinen offiziellen Mitarbeiterparkplatz“, teilt Sandra Jäschke, Leiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit auf SZ-Anfrage mit.

Lediglich einige Plätze mit Ausnahmegenehmigungen – etwa Behindertenparkplätze – würden zur Verfügung gestellt. Daher obliege die Entscheidung, wo der einzelne Mitarbeiter parke, sofern er mit Pkw anreist, beim Mitarbeiter selbst, so Jäschke. „Wir haben keine Kenntnis über Anzahl der Pkw noch über die genauen Parkplätze, die der Einzelne im öffentlichen Raum nutzt“, ergänzt sie.

Dieser für einen Betrieb der Größe der Manufaktur ungewöhnliche Makel fiel bisher nicht weiter ins Gewicht. Angestellte nutzen seit Langem die kostenfreien Parkräume – etwa an der Karl-Niesner-Straße oder der Wettinstraße. Ebenfalls stark frequentiert wird der Parkplatz am Norma-Einkaufsmarkt. Dass hier Mitarbeiter der Manufaktur ihre Autos abstellten, ist kein Geheimnis. Für sie wird es ab August allerdings schwieriger.

Denn der Besitzer der Parkflächen, die DSW-Immobilien haben angekündigt, ab August genau hinzusehen: Wer länger als eine Stunde parken möchte, muss den Einkauf bei Norma nachweisen (die SZ berichtete). Überziehen Nutzer die per Parkuhr ablesbare erlaubte Zeit um mehr als 30 Minuten, wird ihr Auto kostenpflichtig abgeschleppt.

Sogar kontrolliert werden sollen die Parkenden. Dafür werde eine Aufsicht eingesetzt, kündigte die DSW in einem Schreiben an. Dadurch dürfte sich die Parkplatzsuche für Mitarbeiter und Gäste der „Manu“ erschweren.

In der Nachbarschaft des Staatsbetriebs gibt es zwar einen großen Parkplatz. Doch der gehört den Meißner Stadtwerken und ist kostenpflichtig. Gäste der Manufaktur nutzen ihn bereits rege. Das bestätigt MSW-Sprecherin Lilly Schneider. Dagegen gebe es bisher keinerlei Vereinbarung zwischen der Manufaktur und den Stadtwerken hinsichtlich einer Vermietung bzw. Nutzung von Parkmöglichkeiten auf dem MSW-Parkplatz. „Wir wären aber grundsätzlich gesprächsbereit, sollte es seitens der Manufaktur Bedarf dafür geben“, so Schneider. Sie wisse, dass viele Mitarbeiter des Staatsbetriebs etwa auf der Karl-Niesner-Straße parken würden.

„Die Parkplätze dort sind deshalb häufig sehr voll.“ Der bisher mit einer Schranke betriebene Parkplatz der Stadtwerke soll übrigens Ende August auf ein reines Parkschein-System ohne Schranke umgestellt werden, kündigt Schneider an.