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Feuilleton

Dresdens Staatsschauspiel hat große Pläne

Theatertreffen, Gastspielreisen und Publikumszuwachs: Das Dresdner Staatsschauspiel bilanziert seine Erfolge.

Joachim Klement, Intendant des Staatsschauspiels Dresden. © Ronald Bonß

Von Katja Solbrig

Joachim Klement sehnt die Sommerpause herbei. Das ist dem Intendanten des Dresdner Staatsschauspiels deutlich anzumerken, als er den Gastspielmarathon der letzten Wochen referiert. Genauso wie der Stolz darauf, dass die Arbeit seines Hauses nicht nur deutschlandweit, sondern auch international wahrgenommen wird. Von Berlin bis Nowosibirsk, Dabei sind nicht nur ein oder zwei Erfolgsstücke auf Tour gegangen, vielmehr so unterschiedliche Inszenierungen wie „Kabale und Liebe“, „Operation Kamen“, „Das große Heft“ oder Erniedrigte und Beleidigte“. „Damit wird die gesamte Bandbreite unserer Arbeit hier wahrgenommen“, konstatiert Klement. „Es war gar nicht zu erwarten, dass wir nach zwei Jahren schon so ein gutes Ensemble zusammenhaben.“

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Mindestens ebenso erfreulich: Wie die Besucherzahlen sind auch die Einnahmen deutlich gestiegen: 20.000 Besucher und 600.000 Euro mehr, bilanziert Klement. Damit drehen der seit zwei Jahren in Dresden agierende Intendant und sein Team einen branchenüblichen Trend: Meistens ist die erste Spielzeit einer künstlerischen Intendanz recht erfolgreich, in der zweiten folgt ein kleines Tief, und erst danach entscheidet sich, ob Intendanz und Theater gut zusammenpassen. Die Zeichen für Klement und sein Team stehen gerade ziemlich gut.

Die Einladungen von „Erniedrigte und Beleidigte“ und „Das große Heft“ zum Berliner Theatertreffen haben den beiden Inszenierungen nochmals mehr Aufmerksamkeit eingebracht. Die Publikumsrenner der vergangenen Spielzeit waren aber alte Bekannte wie „Hamlet“ und „Christmas Carol“, gefolgt von neuen Produktionen wie „Das blaue Wunder“ und „Der Untertan“. Das Crystal-Stück „Neun Tage wach“ hatte eine Auslastung von nahezu 100 Prozent. Auch die Bürgerbühnen-Produktionen „Ich bin Muslima – haben Sie Fragen?“ und „Die Verwandlung“ erzielten 99 Prozent Auslastung. Diese zwei waren die erfolgreichsten Bürgerbühnenproduktionen.

Die beim Publikum äußerst beliebte Gastspielreihe anderer großer Theater wird es so allerdings nicht mehr geben „Zu teuer, der Aufwand für die speziellen Einrichtungen ist jedes Mal sehr groß“, rechnet Klement nüchtern. Es werde weiterhin Gastspiele geben, nur nicht mehr so viele und nicht so konzentriert.

Über 40 Stücke hat das Dresdner Staatsschauspiel in der kommenden Saison auf dem Plan. Etwa 25 Premieren nimmt sich das Haus jedes Jahr vor. Zuviel? „Für unser Haus ist das ein geübter Umfang, um die Vielfalt abzubilden“, erklärt Joachim Klement. Soll heißen: Damit kann auch eine Inszenierung mal scheitern. „Man weiß nicht immer, wohin die Reise, auf die man sich begibt, endet. Aber das Tolle ist, dass es die Räume gibt, Dinge auszuprobieren.“

Bis Ende der Woche ist der Spielplan noch voll, danach beginnt die verdiente Pause nach einer Kräfte zehrenden, erfolgreichen Saison. In den Theaterferien findet der Wahlkampf statt, ein Wahlforum oder ähnliche Formate, wie sie andere Theater anbieten, sind indes nicht geplant. Aber nicht, weil Klement die Auseinandersetzung scheut. „Wir sind nicht hier, um uns Konflikte zu ersparen.“

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