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Staatsstraße bleibt bis Mai gesperrt

Bauende sollte im Dezember vorigen Jahres sein. Davon will das zuständige Straßenbauamt jetzt nichts mehr wissen.

Von Jürgen Müller
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Fast nichts geht mehr: Die Staatsstraße zwischen Zehren und Piskowitz ist weiterhin gesperrt. Sie sollte bis 15. Dezember vorigen Jahres fertig sein. Es kam zu Bauverzögerungen.
Fast nichts geht mehr: Die Staatsstraße zwischen Zehren und Piskowitz ist weiterhin gesperrt. Sie sollte bis 15. Dezember vorigen Jahres fertig sein. Es kam zu Bauverzögerungen. © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Wer von Meißen nach Lommatzsch fahren will, der muss seit Anfang Oktober eine lange Umleitung in Kauf nehmen. Die Staatsstraße 32 ist seitdem voll gesperrt. Grund ist, dass zwischen Piskowitz und Schieritz eine Stützmauer errichtet wird. Zudem wird die Fahrbahn erneuert. Laut einer Pressemitteilung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das für den Bau zuständig ist, sollten diese Arbeiten bis 15. Dezember vorigen Jahres abgeschlossen sein. Jetzt ist die Rede davon, dass die Straßenbauarbeiten erst Ende Mai dieses Jahres fertig sein sollen.

Doch wie kam es zu einer fünfmonatigen Verzögerung? Isabel Siebert, die Pressesprecherin des Lasuv, bestreitet heute, dass das Bauende im Dezember sein sollte. Lediglich die Stützmauer sollte bis dahin fertig sein. Konfrontiert mit ihrer Pressemitteilung, die eindeutig etwas anderes aussagt, räumt sie einen Fehler ein.

Winter nicht eingeplant?

Doch war es wirklich ein Fehler in der Pressemitteilung? Jedenfalls gibt die Pressesprecherin zu, dass es wegen erforderlicher Leitungsverlegungen zu Verzögerungen im vergangenen Jahr kam. Wegen des Wetters hätten die Straßenbauarbeiten dann nicht fortgesetzt werden können. 

„Diese Arbeiten werden bei bauoffenem Wetter wieder aufgenommen. Die oberste Lage Asphalt ist noch einzubauen. Arbeiten in Einfahrten und Randbereichen sind ebenfalls noch auszuführen“, sagt Isabel Siebert. Offenbar hat man im Amt nach der Erfahrungen der vergangenen drei Jahre nicht ernsthaft damit gerechnet, dass es im Winter tatsächlich auch mal kalt werden kann. So ist die halbfertige Straße weiterhin gesperrt, aber Bewohner, Busse und Lieferfahrzeuge dürfen durchfahren.

‚Weitere eineinhalb Jahre dicht

Sollte die Staatsstraße wie jetzt geplant im Mai tatsächlich fertig sein, und für den öffentlichen Verkehr wieder geöffnet werden, gibt es aber nur kurzzeitig Entspannung. Denn der zweite Bauabschnitt ist schon geplant, und zwar die Fahrbahnerneuerung zwischen Schieritz und Zehren und der Bau einer Stützwand in Schieritz. 

„Wir streben eine Einordnung des Vorhabens in das Bauprogramm 2019 an. Sofern dies möglich sein wird, ist die Fortführung ab dem dritten Quartal 2019 für einen Zeitraum von voraussichtlich eineinhalb Jahren bis Ende 2020 beabsichtigt“, so die Lasuv-Sprecherin. In diesem Zeitraum werde die Staatsstraße 32 vollgesperrt. Der Verkehr werde wie bisher über die B 6, Obermuschütz und Piskowitz umgeleitet. Der Anwohnerverkehr in Schieritz werde gewährleistet. Die Umleitungsstrecke wurde vor den jetzigen Bauarbeiten zwischen Obermuschütz und Piskowitz ertüchtigt. Insgesamt kosten die Bauarbeiten rund eine Million Euro.

Autofahrer, die von Meißen nach Lommatzsch oder in der Gegenrichtung fahren wollen, müssen also für längere Zeit mit der Umleitung der Strecke, die auch Autobahnzubringer nach Nossen ist, leben.