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Stach ein Zwölfjähriger zu?

Ein Missverständnis könnte Anlass der Messerstecherei am Wiener Platz kurz vor Silvester gewesen sein. Unter Verdacht steht ein erschreckend junger Täter.

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© Symbolfoto: dpa

Alexander Schneider

Dresden. Die Messerstecherei vom 30. Dezember vergangenen Jahres am Wiener Platz unter ausländischen und deutschen Jugendlichen ist aufgeklärt. Ein zwölf Jahre alter Junge steht unter dem Verdacht, mit einem Messer auf einen 17-jährigen Deutschen eingestochen und ihn schwer verletzt zu haben. Da er noch nicht strafmündig ist, kann er für die Tat nicht verurteilt werden.

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Am Mittwoch wurden die Wohnung der Familie des Zwölfjährigen sowie die Wohnungen zweier weiterer Verdächtiger durchsucht. Es wurden zwei Handys sichergestellt, die nun ausgewertet werden.

Anlass für die Auseinandersetzung zwischen den sechs Deutschen im Alter von 14 bis 17 Jahren und den bis zu 15 Nichtdeutschen im Alter von 12 bis 14 Jahren war offenbar ein Missverständnis. An jenem Sonnabendnachmittag grüßte ein Deutscher offenbar einen Bekannten aus der anderen Gruppe, was dann jedoch als Provokation gedeutet wurde. Das sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden am Mittwoch.

Da erst Jugendliche ab 14 Jahren strafrechtlich für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden können, werden die Ermittlungen gegen das erst zwölfjährige Kind wegen versuchten Totschlags eingestellt. „Wir haben das Jugendamt informiert“, so Haase. Dort würden weitere Maßnahmen zum Schutz des Zwölfjährigen und zum Schutz vor ihm geprüft.

Der schwer verletzte 17-Jährige hat die Klinik verlassen. „Es geht ihm relativ gut“, sagte Haase, die Verletzungen seien glimpflich abgegangen.

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Die Ermittlungen gegen die ausländische Tätergruppe dauern noch an. Es seien auch noch nicht alle Beteiligten festgestellt worden. Sollten Verdächtige bereits strafmündig sein, müssen sie mit einem Strafverfahren rechnen. Ermittelt werde wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Landfriedensbruchs. Aufgrund des Alters der Verdächtigen machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben zur Nationalität.