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Stadion der Freundschaft soll saniert werden

Mit nur einer Gegenstimme (Kristin Schütz, FDP) bei zwei Enthaltungen (Frank Wittig, FDP und Detlef Schiener, Zur Sache) hat der Stadtrat gestern Abend grünes Licht für die Fortführung der Planung einer Sanierung des direkt am alten Volksbad gelegenen Stadions der Freundschaft gegeben.

Von Ingo Kramer

Mit nur einer Gegenstimme (Kristin Schütz, FDP) bei zwei Enthaltungen (Frank Wittig, FDP und Detlef Schiener, Zur Sache) hat der Stadtrat gestern Abend grünes Licht für die Fortführung der Planung einer Sanierung des direkt am alten Volksbad gelegenen Stadions der Freundschaft gegeben.

Bürgermeister Michael Wieler hatte vorher nachdrücklich für den Beschluss geworben: „Wir haben die Chance auf eine 80-Prozent-Förderung.“ Bereits Ende September hatte die Stadt nämlich für die Sanierung der Anlage Fördermittel in Höhe von 1,35 Millionen Euro beim Freistaat beantragt.

Sollte Sachsen das Geld bereitstellen, könnte das Stadion in diesem und im nächsten Jahr für 1,95 Millionen Euro saniert werden und unter anderem eine neue Tartanbahn erhalten. Dafür sind im Haushalt auch 600000 Euro Eigenmittel aus der Anschubfinanzierung bei Aufgabe der Kreisfreiheit eingestellt. Die Zuschauertribüne ist aber erst in einem späteren, zweiten Bauabschnitt dran. Michael Wieler begründet dies mit den Förderkriterien des Freistaates. Demnach sei die Tribüne nicht förderfähig.

Deshalb kann sie nicht zeitgleich mit dem Rest gebaut werden. In weiteren Abschnitten sollen anschließend auch beide Nebenplätze, ein dreiteiliges Funktionsgebäude, Zufahrt und Parkplatz hergerichtet werden. Das wird alles in allem fast sechs Millionen Euro kosten. Ob und wann diese weiteren Abschnitte umgesetzt werden und wie sie finanziert werden können, ist indes noch vollkommen offen.

Vereine hoffen auf Besserung

Die Vereine, die das Stadion nutzen, begrüßen den Ratsbeschluss. „Wir warten sehnsüchtig auf die Sanierung, mit der die Leichtathleten endlich bessere Bedingungen bekommen“, sagt Peter Schäfer, Vorstandsvorsitzender des SV Koweg Görlitz. Allerdings habe er angesichts der Haushaltssituation der Stadt Verständnis für die lange Wartezeit: „Die Rauschwalder Halle ist fertig und alles auf einmal geht nun einmal nicht.“

Detlef Lübeck, der als Abteilungsleiter Leichtathletik beim SV Koweg tätig ist, kennt in der Region keine vergleichbar schlechten Anlagen: „Nach der Wende wurden Tribünen, Diskusring und Stabhochsprunganlage abgerissen, aber außer Sanitärgebäude und Umkleidekabinen nichts Neues gebaut.“ Die Bahnen lassen sich nur bei gutem Wetter nutzen: Schlamm nach Regenfällen und Staub in Trockenperioden machen den Sportlern zu schaffen. Deshalb, so Lübeck, weichen die Athleten hin und wieder nach Zittau, meist aber nach Niesky aus. Dort gebe es aber nur eine 250-Meter-Bahn. So fiebern die Görlitzer der Herrichtung der eigenen 400-Meter-Bahn entgegen.

NFV verlässt die „Junge Welt“

Der Fußballverein NFV Gelb-Weiß Görlitz 09 hat seine Heimstätte im Stadion „Junge Welt“, will aber nach und nach ins Stadion der Freundschaft umziehen. Seit vergangenem Sommer trainiert der Verein mit drei Mannschaften im Stadion der Freundschaft und absolviert auch einen Teil seiner Pflichtspiele dort. „Da es aber kein Flutlicht und keine große Zuschauertribüne gibt, können wir noch längst nicht alle Spiele hierher verlegen“, sagt Fred Wonneberger, der Trainer der ersten Männermannschaft. Von der Sanierung erhofft er sich neben Flutlicht und Zuschauertribünen auch Kunstrasen und ein gutes Funktionsgebäude.

Eine Konkurrenz zu anderen Vereinen, die das Gelände schon länger nutzen, sieht er nicht: „Das Stadion bietet Kapazitäten für mehrere Vereine.“ Der Vorstand des NFV stehe dahinter, nach der Sanierung alle Bereiche des NFV dort zusammenzufassen und die „Junge Welt“ aufzugeben.Auf ein Wort