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Stadt baut sich ein neues Rathaus

Am Ferdinandplatz entsteht ein Gebäude für 162 Millionen Euro. Das ist aber nur der Anfang.

© Barcode Architects

Von Andreas Weller

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Bis 2025 soll dort, wo jetzt neben Karstadt geparkt wird, ein Verwaltungszentrum stehen. Die Stadtverwaltung plant am neuen Technischen Rathaus, das besonders bürgernah werden soll. Der Stadtrat beschloss am Donnerstag die Grundsatzentscheidung dazu. Dabei ging es aber noch nicht darum, wie das Gebäude mal aussehen soll. In die Gestaltung sollen die Dresdner mit einbezogen werden.

Nun muss die Verwaltung einen Generalunternehmer suchen, der am Ferdinandplatz für die Stadt baut. Die Räte änderten noch entscheidende Details: So soll der Generalunternehmer die Lose – wenn rechtlich möglich – so klein gestalten, dass auch kleine und mittlere Betriebe und vor allem einige aus Dresden und Umgebung am Projekt mitarbeiten können. Zudem soll die Verwaltung regelmäßig über die Kostenentwicklung berichten. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hatte das Risiko bereits auf gut 40 Millionen Euro beziffert, sodass das Projekt am Ende 200 Millionen Euro kosten könnte.

Rund 1 600 Mitarbeiter sollen in dem Gebäude ihre Arbeitsplätze haben. Der Plan ist, die Verwaltung im Stadtzentrum zu konzentrieren. So können Bürger die Rathäuser besser erreichen und die Ämter besser miteinander kommunizieren. Zurzeit ist die Verwaltung mit ihren gut 6 500 Mitarbeitern auf 56 Standorte quer über das Stadtgebiet verteilt. Zur Unterbringung sind etliche Gebäude gemietet. Dafür zahlt die Stadt knapp 5,7 Millionen Euro im Jahr an Miete – aufgrund der allgemein steigenden Mieten dürfte das künftig noch teurer werden.

Rund 650 Mitarbeiter sind derzeit in Büros an der Grunaer Straße/St. Petersburger Straße bei der TLG untergebracht. Der Eigentümer möchte seine Gebäude sanieren. Eigentlich sollte die Verwaltung Mitte 2019 ausziehen. Das hätte für die Stadt erhebliche Umstände bedeutet. Mittlerweile haben sich beide Seiten aber geeinigt, dass die Büros weitergenutzt werden können, bis das Gebäude am Ferdinandplatz fertig ist.

Dort soll 2021 mit dem Bau begonnen werden. Bis dahin müssen aber die konkreten Pläne fertig sein Grundlage für die Pläne ist ein Entwurf von Barcode Architekten. Dieser stieß vor allem wegen einer großen Glasfassade auf Kritik.

FDP-Fraktionschef Holger Zastrow forderte bei der Gestaltung am Ferdinandplatz Mut ein. „Wir müssen einen modernen Akzent setzen, wollen keinen Profanbau, der mit Sandstein verkleidet ist.“ CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns sprach von einem „Hingucker“, auch wenn das viel Geld kosten werde. Eine umfangreiche Sicherheitskonzeption müsse noch erarbeitet werden, sagte SPD-FraktionscheChristian Avenarius. „Wir haben das bei der Justiz mit dem Mord an Marva El-Sherbini schmerzhaft lernen müssen.“

Dies ist nicht das einzige Gebäude, das die Stadt für ihre Mitarbeiter bauen will. Bis 2023 soll ein Anbau am zentralen Bürgerbüro auf der Theaterstraße entstehen, das zudem saniert wird. Der Bau soll insgesamt zwölf Millionen Euro kosten.

Wenn der Neubau am Ferdinandplatz 2025 fertig ist, geht es mit der Sanierung des eigentlichen Rathauses weiter. Rund 600 der Mitarbeiter, die am Dr.-Külz-Ring untergebracht sind, ziehen dann in die neuen Räume gegenüber. Das Rathaus muss für etwa 97 Millionen Euro weiter saniert werden. Bereits ab 2019 werden im vierten Stock Brandschutzdecken eingezogen und das Dach saniert.

Doch selbst, wenn sämtliche Bauprojekte abgeschlossen sind, gibt es nicht genügend Platz für alle Mitarbeiter. Der Bereich Stadtentwicklung und Bau von Schmidt-Lamontain könnte im World Trade Center bleiben. Das kostet derzeit rund 100 000 Euro Miete pro Monat. Das Sozialamt könnte in der Junghansstraße bleiben. Dann brauchte es aber im Umfeld zusätzliche Mietbüros. Da auch dort der Platz nicht mehr ausreicht und die Stadtverwaltung insgesamt mehr Mitarbeiter benötigt.

Die Bürgerbüros bleiben in ihren jeweiligen Stadtteilen. Einige der Bibliotheken müssen saniert werden. Dazu kommt ein verbesserter Brandschutz für das Kulturrathaus an der Königstraße. Auf jeder Elbseite ist ein Gesundheitszentrum geplant. Schmidt-Lamontain rechnet damit, dass in den kommenden Jahren insgesamt rund 300 Millionen Euro in Verwaltungsgebäude investiert werden müssen.

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