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Stadt greift bei Elterntaxis durch

Da immer wieder Einfahrten zugeparkt und Kinder gefährdet werden, kontrolliert das Ordnungsamt vermehrt.

© dpa

Von Julia Vollmer

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24 Knöllchen, 20 mündliche Verwarnungen und ein abgeschlepptes Auto: Das ist die Bilanz der ersten Aktionswoche „Schulwegsicherheit“ des Ordnungsamtes. Vom 5. bis 9. November waren die Ordnungshüter vor fünf Grundschulen und zwei Kitas im Einsatz. „Wer Einfahrten oder Bushaltestellen versperrt oder auf Halteflächen parkt, die extra für die Eltern eingerichtet wurden, hat ein Knöllchen mit einem Verwarnungsgeld erhalten“, so Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). „Falsch abgestellte Fahrzeuge können die Sicht beim Überqueren der Fahrbahn einschränken und für kleine Kinder sehr gefährlich werden“, betont er. Viele Eltern würden sich einsichtig zeigen. Er hofft, diese Einsicht halte länger als einen Tag an. Auch in dieser Woche sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nochmals verstärkt im Umfeld von Grundschulen unterwegs.

Probleme gibt es unter anderem immer wieder vor der Grundschule auf der Georg-Nerlich-Straße in der Johannstadt. Einige Eltern parken minutenlang im Halteverbot und behindern andere Fahrer, Radfahrer oder Fußgänger. „Es gibt Beschwerden, dass die Eltern-Taxis die Zufahrt zum gegenüberliegenden Krankenhaus zustellen“, so Nora Jantzen aus dem Ordnungsamt. Vereinzelte Fälle bestätigt auch die Klinik. Die Kollegen vom Ordnungsamt sind regelmäßig vor Ort, verwarnen die Eltern, erklären ihnen die Gefahren und wenn gar nichts mehr hilft, gibt es auch mal ein Knöllchen.

Auf der angrenzenden Canaletto-Straße parken die Autos teilweise in zweiter Reihe. Das ist gefährlich für die kleinen Schulanfänger, die zwischen den Fahrzeugen hin und her huschen. Die häufigsten Ausreden der Eltern, warum sie ihre Kinder bis genau vor das Schultor chauffieren: keine Zeit, kein anderer Parkplatz.

Doch nicht nur in der Johannstadt gibt es Ärger um die Fahrdienste, sondern unter anderem auch in der Neustadt oder in Naußlitz. In der Neustadt kontrollieren die Ordnungshüter verstärkt vor der 4. Grundschule auf der Löwenstraße. Auch dort werden bei Bedarf Strafzettel an die Eltern verteilt. Die übrigen Mütter und Väter kommen mit einer Verwarnung und dem Hinweis davon, Laufen wäre sicherer und gesünder. Damit sich Kinder und Eltern sicherer fühlen, sind die Schulweghelfer der Verkehrswacht in der Stadt unterwegs und helfen den Kleinen über Kreuzungen und Ampeln.