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Stadt kauft Marina Garden vorerst nicht

Investorin Regine Töberich bietet das Grundstück nicht wieder zum Verkauf an. Die Stadt Dresden hätte auch das nötige Geld dafür gar nicht. Was wird nun aus den Bauplänen?

© Ronald Bonß

Von Sandro Rahrisch und Kay Haufe

Marina Garden war gestern. Nachdem Investorin Regine Töberich ihre selbst entworfene Wohnanlage zwischen Leipziger Straße und Elberadweg nicht bauen durfte, hat die Dresdner Stadtverwaltung einen neuen Plan für die Fläche entwickelt. Elbviertel ist diese getauft worden. Dort sollen bis zu 136 Wohnungen gebaut werden, auch Büros und Ateliers sind vorgesehen. Das Problem an dieser Vision: Die Fläche gehört noch immer Töberich. Und die hat bereits deutlich gemacht, dass sie den Elbviertel-Bebauungsplan, bei dessen Entwicklung sie ausdrücklich nicht mitwirken wollte, nicht umsetzen möchte.

Während des Schadenersatzprozesses, den Töberich gegen die Stadt führte und schließlich verlor, hatte sie das Grundstück schon einmal angeboten. Etwa sechs Millionen Euro wollte sie dafür haben. Die Stadt ging nicht darauf ein, sondern bot für eine außergerichtliche Einigung samt Grundstück dreieinhalb Millionen Euro, was Töberich wiederum nicht annahm. Inzwischen habe die Investorin kein neues Angebot unterbreitet, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) der Sächsischen Zeitung. Und selbst wenn Töberich die Immobilie loswerden wolle, so hätte die Stadt nicht das Geld zur Verfügung, sie zu kaufen.

Damit bleibt nur noch die Hoffnung, dass sich ein anderer Investor findet, der Töberich das Grundstück abkauft und die städtischen Pläne verwirklicht. Ansonsten bleibt die verwilderte Fläche auf unabsehbare Zeit eine Brache, während nebenan die Hafencity entsteht.

In einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite hatte sie am Wochenende geschrieben, dass der verlorene Schadenersatzprozess für sie den Verlust ihrer Firma bedeute. Laut Amtsgericht ist für ihr Unternehmen bislang aber nicht Insolvenz angemeldet worden.