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Stadt kontra Kieswerk

Anwohner wehren sich gegen ein neues Abbaufeld für Kies bei Söbrigen. Jetzt setzt Pirnas Stadtrat ein klares Zeichen.

Kiesabbau geht mit Lärm und belasteten Straßen einher. Und er beeinträchtigt die Umwelt.
Kiesabbau geht mit Lärm und belasteten Straßen einher. Und er beeinträchtigt die Umwelt. © Archiv Marko Förster

Pirna. Die Heidenauer Borsberg-Werke wollen die Kiesgewinnung in der Pirnaer Elbaue in den kommenden Jahren ausweiten und zwischen Birkwitz und Söbrigen ein neues Abbaufeld erschließen. Gegen die Pläne laufen Anwohner und Landschaftsschützer seit Langem Sturm. Dabei geht es nicht nur um die Erschließung der Lagerstätte an sich, sondern vor allem auch um den Bau eines Kieswerkes und des mit der Kiesförderung einhergehenden Lärms.

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Am 30. August hatte der Dresdner Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zum Thema Kieswerk gefasst. Die Räte beauftragten Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, sich „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ dagegen zu wehren, dass das Werk auf Dresdner Flur errichtet wird. Wird es allerdings auf Pratzschwitzer Flur gebaut – oder in Copitz bleiben –, würden lange, laute Fördertrassen nötig. Pirnas Stadtrat stellte auf seiner vergangenen Sitzung nun klar, dass man das Kieswerk hier ebenso wenig will. Die Stadträte fassten einen fast gleichlautenden Beschluss wie Dresden: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, im laufenden Planfeststellungsverfahren ,Pirnaer Elbebogen‘ die ablehnende Haltung der Großen Kreisstadt Pirna zum geplanten Kieswerk und der Verarbeitung des gewonnenen Kieses auf der Gemarkung Birkwitz-Pratzschwitz mit Nachdruck und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu vertreten.“

Momentan strengt die Borsberg GmbH ein neues Planfeststellungsverfahren zum Abbaufeld Söbrigen an. Obwohl weder Pirna noch Dresden diesen Eingriff in die Landschaft wollen und sich zwei Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben formiert haben, stehen die Chancen, den Kiesabbau zu verhindern, nicht gut. Für die Kieslagerstätten sind wenige Tage vor der Wiedervereinigung 1990 noch Bergbau-Berechtigungen nach DDR-Recht vergeben worden und nach wie vor gültig.