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Stadt macht Druck beim Flutschutz

Beim Hochwasserschutz gibt es noch einige Schwachstellen in der Stadt. Und Fluten wie 2002 und vor einem Jahr können auch in Zukunft drohen.

© Steffen Füssel

Dresden. Beim Hochwasserschutz gibt es noch einige Schwachstellen in der Stadt. Fluten wie 2002 und vor einem Jahr können auch in Zukunft drohen, sagt Umweltamtsleiter Christian Korndörfer. Er will den Freistaat Sachsen für besseren Schutz mehr in die Pflicht nehmen, weil einige Projekte derzeit noch viel zu langsam vorangetrieben werden. Deshalb wolle die Stadt den Druck auf das Land erhöhen. Aber auch in Zukunft werden nicht alle Stadtteile sicher vor Hochwasser sein können.

Vor genau einem Jahr stiegen die Pegel von Elbe, Weißeritz und Lockwitzbach bedrohlich. Kurze Zeit später standen weite Teile der Landeshauptstadt wieder einmal unter Wasser, und Anwohner mussten ihre Häuser in den Fluten zurücklassen. Die SZ hat sich den aktuellen Stand beim Hochwasserschutz jetzt noch mal genau angeschaut. (SZ)

Wo es beim Hochwasserschutz noch klemmt, lesen Sie am Sonnabend in der Dresdner Ausgabe der Sächsischen Zeitung oder online in diesem sz-exklusiv-Artikel.

Chronologie des Juni-Hochwassers 2013

Freitag, 31. Mai:
Der Elbpegel steht am Abend bei 3,97 Meter. Für den Lockwitzbach gilt die Alarmstufe zwei.

Sonnabend, 1. Juni:
Der Elbpegel erreicht die Fünf-Meter-Grenze, das bedeutet Alarmstufe zwei. Die Fähre in Johannstadt hat den Betrieb eingestellt.

Sonntag, 2. Juni:
Für die Nacht zum Montag wird das Überschreiten der Sechs-Meter-Marke erwartet. Es gilt die Warnstufe drei für Elbe, Weißeritz und Lockwitzbach. Am frühen Morgen überspült die Elbe unterhalb der Augustusbrücke das Terrassenufer. Später werden die Brühlsche Gasse und die Münzgasse mit mobilen Schutzwänden dichtgemacht. Auch andere Straßen werden überflutet, in der Nähe der Wasserläufe sind die ersten Anwohner vom Hochwasser betroffen.

Montag, 3. Juni:
Die Stadt ruft den Katastrophenalarm für Zschieren, Kleinzschachwitz, Laubegast, die westlichen Stadtteile von Gohlis, Cossebaude und Stetzsch aus. Für die Elbe gilt die Alarmstufe 4, ebenso wie für die Vereinigte Weißeritz. Die Stadt bereitet erste Evakuierungen in Pillnitz und am alten Elbarm in Zschieren vor. Am Lockwitzbach gibt es am Nachmittag Hoffnung, das Wasser geht zurück.

Dienstag, 4. Juni:
In der Nacht zum Dienstag erreicht die Elbe den kritischen Stand von sieben Metern. Teile von Gohlis und Zschieren sind evakuiert. Das Blaue Wunder ist für den Verkehr gesperrt. Auch eine Sperrung der Niederwarthaer Brücke wird notwendig. Die Dresdner Verkehrsbetriebe stellen einige Linien und die Fähren ein. Für die Weißeritz und an der Lockwitz ist Entspannung in Sicht. Anwohner reagieren auf das Ansteigen der Prießnitz und stapeln Sandsäcke. Der Elbepark schließt.

Mittwoch, 5. Juni:
Weil Schaulustige den Hochwasserschutz gefährden, erlässt die Stadt eine neue Polizeiverordnung. Wer auf Deichen und anderen Hochwasseranlagen läuft, muss bis zu 1.000 Euro Strafe zahlen. Anwohner in Gohlis, Cossbaude und Laubegast werden evakuiert. Am Lockwitzbach beginnt das Aufräumen. Tausende Helfer versuchen, die Innenstadt mit Sandsäcken vor der Flut zu schützen.

Donnerstag, 6. Juni:
Mit 8,76 Metern wird der Höchststand der Elbe erreicht. Mittlerweile sind bis zu 10.000 Haushalte direkt vom Hochwasser betroffen. Das Wasser geht nur langsam zurück.

Freitag, 7. Juni:
Die Mitwirkenden der Facebook-Gruppe „Hochwasser Dresden“ richten ein zentrales Hilfslager am Dynamo-Stadion ein und koordinieren das Verteilen von Hilfsgütern.

Sonntag, 9. Juni:
Trotz teils heftiger Niederschläge entspannt sich die Lage. Der Pegel der Elbe rutscht am Morgen unter die Sieben-Meter-Marke. Die Alarmstufe vier bleibt jedoch bestehen. Die Grundwasserstände sinken überall, die Verkehrslage entspannt sich.

Montag, 10. Juni:
Das Blaue Wunder ist wieder frei für den Verkehr. Überall beginnen Aufräumarbeiten. Um 18 Uhr hebt die Stadt den Katastrophenalarm auf. (jam)

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