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Stadt macht mit Blitzern Kasse

Die Einnahmen sind um 600 000 Euro auf einen neuen Rekord gestiegen. Eine Fotofalle schnappt besonders häufig zu.

© Marco Klinger

Von Andreas Weller

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Da reibt sich Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) die Hände: Mehr als 1,9 Millionen Euro haben die 24 fest installierten Blitzer im vergangenen Jahr der Stadtkasse eingebracht. Das sind gut 600 000 Euro mehr als im Jahr 2013.

Am häufigsten werden die Dresdner zur Kasse gebeten, weil sie zu schnell fuhren. 60 460-mal flackerten die grellen Lichter auf und dokumentierten eine Geschwindigkeitsüberschreitung. Dazu kommen 1 370 Fälle, in denen die Fahrer bei „Rot“ über die Ampel fuhren.

In die Blitzerfalle an der Güntzstraße, in Richtung Straßburger Platz, tappten nur 67 Fahrer. Die Blitzer an der Würzburger Straße, in Richtung Münchner Straße, und an der Königsbrücker Landstraße verzeichneten gar keine Verstöße. Das sind sozusagen die am wenigsten lukrativen Blitzer.

Brücke bricht Rekord

Aber ein Standort sticht aus allen anderen heraus: Auf der Waldschlößchenbrücke wird mit Abstand am häufigsten geblitzt. 22 252 Fahrer wurden hier beim zu schnellen Fahren erwischt. Das alleine spülte 724 616 Euro in die Kasse. Der Kasten in Richtung Johannstadt flackerte 17 486-mal auf. Das ist mit weitem Abstand am häufigsten. Danach folgt mit 9 325 Strafen der Blitzer an der Radeburger Straße stadtauswärts. „Im Jahr 2014 haben die Blitzer auf der Waldschlößchenbrücke erstmals das ganze Jahr über gearbeitet, die Mehreinnahmen zum Vorjahr ergeben sich größtenteils daraus“, so Karl Schuricht vom Presseamt. Das bedeutet im Umkehrschluss: Bei den 181 Millionen Euro Kosten für die Brücke würden die Blitzer dort durch Verwarn- und Bußgelder die Brücke in 250 Jahren refinanziert haben. Dafür müssten sie aber jedes Jahr so häufig auslösen wie im vergangenen Jahr.

Einige Blitzer verzeichnen ebenfalls deutliche Anstiege. So hat der Kasten an der Würzburger Straße, in Richtung Chemnitzer Straße, einen Zuwachs von 75 Prozent. Er schlug im vergangenen Jahr 3 172-mal an und 2013 waren es 1 816 mal. Besonders beliebt ist der Blitzer an der Bautzner Straße stadteinwärts. Dort wurden mit 6 169 mehr erwischt als 2013.

Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung wurde allerdings bei einer Polizeikontrolle gemessen. An der Teplitzer Straße wurde ein Motorradfahrer mit 133 Sachen gemessen. Erlaubt sind dort aber nur 50 Kilometer pro Stunde.

Gleich zwei Ampeln sind der Schwerpunkt, an denen die Dresdner häufig bei „Rot“ fahren. An der Bautzner Straße stadtauswärts, an der Einmündung zur Löwenstraße und am Rathenauplatz stadtauswärts, zur Pillnitzer Straße. Dort wurden jeweils 373 Sünder erwischt. Dahinter folgt der Weiße Adler mit 280 Rotfahrern.

Die knapp zwei Millionen Euro durch Blitzereinnahmen sind übrigens der bisherige Rekord. Die Stadt hat die Zahlen bis 2011 zurück erfasst.