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Stadt sucht Konzept gegen Dealer

Drogendealer ziehen vom Wiener Platz über das Rundkino zur Bürgerwiese. Der Handel soll künftig verhindert werden.

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© Symbolfoto: dpa

Von Andreas Weller

Seit wenigen Tagen ist bekannt, dass sich mittlerweile der Drogenhandel auch an der Bürgerwiese versucht zu etablieren. Das ist brisant, weil sich in unmittelbarer Nähe das Gymnasium Bürgerwiese befindet. Schüler könnten von Dealern zu Drogen verführt werden. Eltern sind besorgt, die Polizei nimmt das Problem sehr ernst.

„Es ist bekannt, dass die Bekämpfung konkreter Orte des Drogenhandels zur Verdrängung und Verlagerung der Drogenszene führt“, sagt Dominic Heyn, Referent von Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke). So wie es beispielsweise auch in Leipzig eine Verdrängung vom Hauptbahnhof zur Eisenbahnstraße gegeben hat. „Das entschuldigt jedoch nichts“, so Heyn. „Der mehr oder weniger offene Handel und Konsum von Drogen ist nicht akzeptabel. Das gilt besonders für das Umfeld von Schulen und ähnlichen Einrichtungen, wo junge Menschen verkehren. Abhängigkeiten und Suchterkrankungen werden erworben.“ Deshalb setze das Gesundheitsamt auf ein Präventionskonzept, das in einem Strategiepapier zusammengefasst ist.

Nun will die Verwaltung den Wiener Platz und das Umfeld bis zur Bürgerwiese sicherer machen. „Aktuell arbeiten wir an einem ganzheitlichen Konzept zur Lösung dieses Problems“ so Heyn. Dazu werden auch Erfahrungen anderer Großstädte, die ähnliche Erfahrungen haben, analysiert. Noch in diesem Monat werde es einen intensiven Austausch geben, und die zuständige Arbeitsgruppe, in der Vertreter von Jugendhilfe, Sozialhilfe, Ordnungsamt, Jobcenter, Polizei, Krankenhäusern, Suchtberatungsstellen und so weiter sitzen, werde dann das konkrete Vorgehen entscheiden.

Auch Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht den Wiener Platz im Fokus. „Die polizeiliche Bekämpfung der Drogenkriminalität hat seit Jahren in Sachsen höchste Priorität. Der Wiener Platz in Dresden ist ein Kriminalitätsschwerpunkt.“ Dort werden die Beamten auch weiterhin konsequent gegen Drogendealer vorgehen. Ulbig sieht durchaus Erfolge, allerdings auch die Verdrängung. „Ich kann aber versichern, dass sich die Dresdner Polizei darauf bereits eingerichtet hat und auch an jedem anderen Platz in der Landeshauptstadt massiv und konsequent gegen die Drogenkriminalität vorgeht.“ Drogen können aber nur gemeinsam bekämpft werden. Der Minister verweist auf den 10-Punkte-Plan der Staatsregierung zur Bekämpfung des Handels und Schmuggels von Crystal, in der Stadt arbeite der Kriminalpräventive Rat an Lösungen. (SZ/awe)