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Produktionsschule in Wehlen ist gerettet

Die von der Schließung bedrohte "Stellwerkstatt" in Stadt Wehlen erhält nun doch Fördermittel. Offen bleibt, was aus einem anderen Anbieter im Landkreis SOE wird.

Von Dirk Schulze
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Schulleiterin Daniela Ulbricht (hinten) mit ihren Schülern Lisa Marie, Mustafa und Gailnich (v.l.): "Da purzeln gerade ganz viele Steine von den Herzen."
Schulleiterin Daniela Ulbricht (hinten) mit ihren Schülern Lisa Marie, Mustafa und Gailnich (v.l.): "Da purzeln gerade ganz viele Steine von den Herzen." © Dirk Schulze

Die Produktionsschule "Stellwerkstatt" in Stadt Wehlen ist gerettet. Am Dienstag wurde der Träger der Schule, die Arbeiterwohlfahrt (Awo) von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) darüber informiert, dass nun doch Fördermittel fließen sollen. Das teilt die Awo mit. Die drohende Schließung der Schule ist damit vorerst abgewendet.

Von den Schülern und Mitarbeitern falle damit eine unglaubliche Anspannung ab, sagt Einrichtungsleiterin Daniela Ulbricht in einer ersten Reaktion: "Da purzeln gerade ganz viele Steine von den Herzen in der Sächsischen Schweiz." Sie und ihre Mitarbeiter seien glücklich, dass sie weiter mit den 25 Jugendlichen arbeiten und ihnen helfen könnten, ihre Ziele zu erreichen.

Kurz vor Weihnachten hatte die SAB der Produktionsschule in Stadt Wehlen überraschend angekündigt, dass sie ab Januar keine Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) mehr erhalten würde. Für die seit 2008 bestehende Einrichtung, die sich zu 90 Prozent über diese Förderung finanziert, hätte dies das Aus bedeutet.

SAB: Anträge neu bewertet

Inzwischen seien die Förderanträge aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge neu bewertet worden, teilt die SAB am Mittwoch auf Anfrage von Sächsische.de mit. "Nach Abstimmungen mit dem Landkreis und dem Sozialministerium konnte im Ergebnis ein Weg gefunden werden, die Produktionsschule in Wehlen im Rahmen des Programms ESF Plus auch in den Jahren 2023 und 2024 zu fördern", sagt Sprecher Volker Stößel.

Was genau zu der Entscheidung geführt hat, bleibt offen. Ebenso, wie viele Produktionsschulen ab 2023 insgesamt im Landkreis SOE gefördert werden. Bislang gab es drei dieser Einrichtungen. "Bisher wurde noch nicht über alle Anträge entschieden", sagt SAB-Sprecher Stößel. Im August hatte sich eine vierte Produktionsschule um die Fördermittel beworben. Dieser hatte die Förderbank in einer Vorabmitteilung von Ende Dezember zunächst den Vorzug gegeben.

Jetzt heißt von der SAB: "Da hierzu die Prüfung der Fördervoraussetzung noch nicht abgeschlossen ist, konnte bisher noch keine Entscheidung getroffen werden."

Rückendeckung vom Landratsamt

Das Landratsamt in Pirna hatte sich zuvor ausdrücklich für den Fortbestand der Produktionsschule in Stadt Wehlen ausgesprochen. Das Ziel in der Jugendhilfeplanung sei es, Kontinuität für die einzelnen Projekte zu gewährleisten, hieß es. Die Landkreisbehörde trägt die übrigen zehn Prozent der Kosten.

An Produktionsschulen können junge Menschen, die aus dem Regelschulsystem gefallen sind, ihren Schulabschluss nachholen. Die Schulen bereiten sie im Unterricht auf die Prüfungen vor und vermitteln parallel handwerkliche Fähigkeiten. An der "Stellwerkstatt" gibt es das für die Bereiche Wolle, Forst und Service/Tourismus. Alle zwei Jahre müssen sich die Produktionsschulen neu um die Förderung bewerben.